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Uni Münster und Friedrichshafen: Scharfe Kritik am Kartellamt

Professor Dr. Dieter Ahlert, Uni Münster

Die Kritik an den Ermittlungen des Bundeskartellamts in der Lebensmittelbranche wächst. Professor Dr. Dieter Ahlert, Institut für Handelsmanagement und Netzwerkmarketing an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, und Professor Dr. Peter Kenning vom Lehrstuhl für Marketing an der Zeppelin Universität Friedrichshafen, warnen eindringlich vor den Gefahren einer kartellrechtlichen Überregulierung im Lebensmittelsektor. 

Zwar begrüßen die Professoren ausdrücklich das "engagierte Vorgehen der Wettbewerbsbehörden im Falle des Verdachts horizontaler Preisabsprachen zwischen marktstarken Herstellern oder auch zwischen marktstarken Handelssystemen."

Dagegen wenden sich die Experten gegen eine pauschale Stigmatisierung der vertikalen Preisgestaltung und setzen sich für eine Stärkung der Möglichkeiten einer aktiven Preis- und Markenpflege in der Wertschöpfungskette ein.

 

Professor Kenning präzisiert: "Bei der Freistellung vom Verbot der vertikalen Preisbindung ist der Nachweis zu erbringen, dass mit den beabsichtigten Preisvereinbarungen positive Effekte für den Wettbewerb und für die Verbraucher einhergehen. Aus informationsökonomischer Perspektive stellt die vertikale Marken- und Preispflege in der Konsumgüterdistribution einen Effizienzgewinn dar."

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30.07.2026

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