Wem der Veterinärmediziner und Hygieniker sowie "Experte auf den Gebieten der Mikrobiologie, Molekularbiologie und Infektiologie" seine steile Karriere beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu verdanken hat, ist noch heute auf den Seiten der Berliner Wissenschaftseinrichtung nachzulesen. Politisch herzlich unneutral heißt es dort, die (damalige) grüne Bundesministerin Renate Künast habe seinerzeit (gemeint ist der November 2002) den "den mutigen Schritt gewagt, eine von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen unabhängige Wissenschaftseinrichtung ins Leben zu rufen".
Hensel selbst beschrieb zu seinem Amtsantritt im Mai 2003 seine Aufgaben als forthin Präsident des maßgeblich von den Grünen initiierten Instituts so: "Krisen vermeiden, bevor sie entstehen". Dies ging vor zwei Wochen in doppeltem Sinn schief: Zum einen war die Krise schon da, als das BfR auf die spektakulär in die Medien hinein platzierte Glyphosat-Studie des Münchner Umweltinstituts nur noch reagieren konnte. Zum anderen gehört es zu den lustigen Paradoxien dieser Nach-Grün-Ära, dass ein ehedem grünes Institut die Testergebnisse eines aktuell noch sehr grünen Instituts damit beschwichtigt, dass alles doch nicht so schlimm sei. Grenzwerte usw - und die ziemlich doofe (und danach politisch von allen Seiten übernommene) Analogie zu den 1000 Litern Bier, die ein Deutscher pro Tag trinken müsse, um überhaupt in die Nähe eines Grenzwerts zu kommen. Gut, dass Renate Künast das nicht mehr als aktive Bundesministerin erleben muss.



