Der Handelsverband HDE hat mit deutlichen Worten die laufenden Kartellamts-Verfahren gegen den Handel kritisiert. Bei einem Treffen in Berlin in dieser Woche wurde laut Lebensmittel Zeitung Kartellamts-Chef Andreas Mundt ein Papier übergeben. Angeführt von HDE-Vorstand und Rewe-Manager Josef Sanktjohanser kritisierten die - mehr oder weniger aufgebrachten - Führungskräfte des Handels im persönlichen Gespräch in höflichem Ton das Vorgehen der Behörde und deren "Unterstellungen, Verdächtigungen und Vorwürfe". Auf dem Papier geht es härter zur Sache: "Es fehlt der wirtschaftliche Sachverstand". Der am 13. April dieses Jahres vom Kartellamt herausgegebene "Leitfaden" zur Zusammenarbeit von Industrie und Handel werde "den sehr komplexen Mechanismen zwischen Handel, Industrie und Verbrauchern" nicht gerecht. Auch zum zentralen Vorwurf der vertikalen Preisabsprachen hatten die Händler Herrn Mundt etwas zu sagen: Es seien nicht primär die Händler, sondern "die Hersteller, die im Sinne ihrer Preispflege ein Interesse an Abstimmung oder Preismoderation" hätten. (03.09.2010, 12.45 Uhr)


