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Glyphosat: Beschluss wieder mal vertagt

Wieder mal keine Entscheidung in Sachen Glyphosat: Nachdem das EU-Parlament gestern eine Vorlage der EU-Kommission konterkariert und gefordert hatte, den Unkrautvernichter spätestens ab 2022 endgültig zu verbieten, konnte sich heute die sogenannte Expertenkommission nicht zu einem Entschluss hinreißen lassen. In den nächsten Monaten soll mit den Mitgliedsstaaten deshalb weiter um eine möglichst konsensfähige Lösung gerungen werden.

 

Die EU-Kommission wollte die Zulassung des umstrittenen Wirkstoffs ursprünglich um weitere zehn Jahre verlängern, war dann aber am Dienstag auf fünf bis sieben Jahre zurückgerudert.

 

Im März 2016 war eine geheime Abstimmung in einem Fachausschuss der EU-Kommission über die geplante Verlängerung der Europa weiten Glyphosat-Zulassung endgültig verschoben worden. Schon seinerzeit fand sich keine qualifizierte Mehrheit (55 Prozent der Mitgliedsstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren) für eine Verlängerung des Glyphosat-Mandats. Frankreich, Schweden, Italien und auch die Niederlande hatten Bedenken geäußert bzw angekündigt, gegen eine Verlängerung zu stimmen. Die Bundesregierung hatte sich schon damals nicht auf eine Position einigen können.

 

Nachdem das Thema Glyphosat zuvor nicht wirklich Dauerbrenner in der umweltpolitischen Debatte war, gewann die Geschichte Anfang 2016 deutlich an Fahrt, als das Münchner Umweltinstitutdie meistgetrunkenen Biere Deutschlands auf Rückstände des Wirkstoffs testete und fündig wurde - praktischerweise wenige Tage, bevor der Unkrautvernichter für weitere zehn Jahr EU-weit genehmigt werden sollte. Wie gefährlich Glyphosat wirklich ist, gilt als umstritten; die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), eine Behörde der WHO, hat es als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) hält es aber für "wahrscheinlich nicht krebserregend".

 

Glyphosat ist u.a. in dem Unkrautvernichter Roundupenthalten, das vom US-Konzern Monsanto hergestellt wird; der deutsche Chemie-Riese Bayer will Monsanto übernehmen. Entsprechend schlägt die Chemielobby - im Einklang mit Agrarverbänden - auch Alarm: Wenn erst mal Glyphosat endgültig verboten werde, so die Befürchtung, werde es auch weiteren vergleichbaren Produkten an den Kragen gehen.

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