Die Wirte beim Münchner Oktoberfest wollen schon in disem Jahr ein Rauchverbot in den Zelten durchsetzen, obwohl ihnen dafür eigentlich eine Frist bis kommendes Jahr zugestanden wurde. Der SZ sagte Wirtesprecher Toni Roiderer, wer auf der diesjährigen Wiesn rauche, bekomme kein Bier mehr - eine auf den ersten Blick etwas befremdliche Ankündigung, war doch nach dem Volksentscheid zum Nichtraucherschutz vor zwei Wochen extra eine Ausnahmeregelung für die diesjährige 200. Wiesn getroffen wordem.
Auf den zweiten Blick zeigt Roiderer mit seiner Ankündigung aber auch schon auf, wohin der Zug fährt: Die Raucher müssten dann eben raus und würden dann große Probleme haben, wieder in die überfüllten Zelte zurückzukehren. Kalkuliertes Chaos? Während Hippodrom-Wirt Sepp Krätz angeblich noch mit dem Gedanken spielt, in den Zelten Raucherbalkone einzurichten, erhöhen Roiderer und damit auch die Festwirte schon jetzt den Druck auf die Behörden, künftig bislang verbotene bauliche Maßnahmen (wie z.B. überdachte Außenflächen) doch zu genehmigen.
Den neuen Kurs der Festwirte kündigt auch die offizielle Website des Oktoberfestes an: Demnach haben "die Festwirte nun erste Konsequenzen aus dem Volksentscheid gezogen. Da sie längerfristig ihre Zelte für eine rauchfreie Lösung umrüsten müssen, sind sie gezwungen, die entstehenden Kosten durch höhere Einnahmen zu decken. Somit wird der schwarze Peter wieder an die Wähler zurückgegeben: Die Preise für das so genannte Grundnahrungsmittel der Bayern, das Bier, soll nun in den Festzelten steigen. Ebenso werden die Essenspreise erhöht." (20.07.2010, 10:22 Uhr)


