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#905

Deutsche Brauer: Vorgeführt von Heineken & Co

Stone: Mission abgebrochen

Himmelfahrt: Greg Koch (im Jahr 2014 bei der Eröffnung in Berlin)

Greg Kochs Auftritt war immer ein großer; 2014 schwebte er als selbsternannter Bier-Messias über der deutschen Brauer-Szene nieder, verglich seine Stone-Biere mit Rock‘n Roll und die der deutschen Konkurrenz als „Fahrstuhlmusik“. Im Berliner Stadtteil Marienheide versenkte er geschätzt 50 Mio Euro (inklusive jährlicher Zuschüsse aus den USA) in ein100 hl-Sudhaus, Lagerkapazitäten von bis zu 200.000 hl, 2.500 qm Taproom/Restaurant und 5.000 qm Außenfläche.

2019 wurde offensichtlich, dass Koch das deutsche (Mehrweg-)System und die deutsche Brautradition nicht verstand. Stone Brewing Berlin wurde an BrewDog verhökert (INSIDE 824 – „Arrogant Bastard Adé“) – jene vermeintlich coolen Jungs aus Schottland, deren Gründer James Watt, wie jetzt durch geleakte Dokumente bekannt wurde, etwa zur gleichen Zeit mit Heineken anbandeln wollte.

Jetzt ist es mit dem selbstständigen Brauer Stone Brewing auch in den USA vorbei. Koch und seine CEO Maria Stipp haben den Laden für rund 156 Mio Euro an den US-Ableger des Japan-Brauers Sapporo verkauft. Der will die Produktion mit eigenen Marken verdoppeln. Das Stone-Team soll angeblich an Bord bleiben – wie immer in solchen Fällen, Greg Koch wurde am Ende nochmal salbungsvoll: „Das Interesse eines Unternehmens wie Sapporo an der Fortsetzung der Stone-Geschichte ist ein Beweis für die großartigen Biere, die wir geschaffen haben und weiterhin für unsere Fans auf der ganzen Welt schaffen werden.“

Artikel aus INSIDE 905

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