Vor drei Monaten, nach dem obligatorischen Oktoberfest, hatte Marcel Freches seine Laufbahn bei AB Inbev beendet. Weil er sichtlich noch Lust hatte, ein paar Jahre dranzuhängen, hatte der 65-Jährige gleich mehrere Angebote auf dem Tisch liegen, was er mit der plötzlichen Freizeit anstellen könnte.
Entschieden hat er sich nun für die GES eG. Bei der gut eine Mrd Umsatz großen Verlegerkooperation fängt Freches jetzt als "Direktor Getränkefachgroßhandel" an. Der langjährige Konzernmann soll dem bierorientierten GFGH die Vorzüge der GES erklären. Nach dem Verkauf der Geva an Oetker-Transgourmet gibt es für inhabergeführte GFGHs nicht mehr allzuviel Alternativen.
Freches' Inbev-Karriere hatte vor 28 Jahre begonnen, als VKD Handel bei Diebels. Der Deutsch-Belgier übernahm im Konzern die Betreuung des Getränkefachgroßhandels und überlebte unzählige Strategien und Manager, die meist keinerlei Ahnung vom GFGH hatten. Freches blieb immer unangetastet (auch weil er als Kronzeuge im berühmten Bierkartell-Prozess sang). Bei Fachhändlern, die er mit Incentives, Wiesn-Einladungen und Konzernreisen in alle Welt verwöhnte, war Freches hochangesehen.


