Die Meldung, die soeben über das Intranet flackerte, dürfte manch Paulaner-Mitarbeiter aus den Socken kippen. Andreas Steinfatt, seit 28 Jahren bei Paulaner, nimmt den Hut. Als Geschäftsführer Gastronomie und Marketing ist der 55-Jährige vor allem der Vertreter der Brauerei nach außen, auf dem Oktoberfest, bei der Starkbierprobe. Der Oberbayer Steinfatt, dessen Karriere in der Bierbranche als Kellner im Wiesnzelt begann, verkörperte das Münchner Brauchtum wie kein zweiter. Rückendeckung war ihm stets gewiss, auch von Hauptgesellschafterin Alexandra Schörghuber. Und so überlebte Steinfatt eine Vielzahl von Managern und CEOs, doch beim aktuellen, dem seit vier Monaten amtierenden CEO Jörg Biebernick, der von Alexandras Thronfolger Florian Schörghuber an die Spitze der Brauerei gelotst wurde, ist alles anders.
Nach dem Abschied von Steinfatts Kollege Raphael Rauer, der pünktlich zum Wiesnanstich Ende September abschwirrte (und irgendwann als Gf bei Warsteiner antreten wird), soll es laut INSIDERN schon erste Signale für ein Ende von Steinfatts Sonderrolle gegeben haben. Biebernick, so sickerte aus Headhunterkreisen durch, suchte einen Geschäftsführer für Rauers Ressort Vertrieb Handel und zugleich für Steinfatts Vertrieb Gastro.
Der Neue ist nun gefunden. Er kommt wie Biebernick (der zuletzt für Hygiene- und Tabakkonzerne arbeitete) nicht aus der Bierbranche. Aber aus einer benachbarten Kategorie: Thomas Drossé, bei Kunden und Mitarbeitern hochgeschätzter Geschäftsführer Vertrieb und Trade-Marketing bei Pernod Ricard Deutschland, war Ende Juli 2023 überraschend ausgeschieden. Drossé kam 2008 von Gerolsteiner zu Pernod Ricard, 2012 wurde er zum Geschäftsführer befördert. Nun soll er die Ambitionen von Paulaner in Handel und Gastronomie als Geschäftsführer in München umsetzen. Und Steinfatt ist Geschichte.



