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INSIDE Saftmarken-Hitliste 2023: Eckes Granini

1. Eckes-Granini: 226 Mio l, -2,5%

Der Marktführer ist bei den Zahlen 2023 schweigsam. Die traditionelle Pressekonferenz gestrichen. Der neue Chef Lars Wagener ist derzeit dabei, das Eckes-Granini-Reich zu erkunden, er soll derzeit viel im Ausland unterwegs sein. In Frankreich und Finnland wurde Wagener gesichtet. Derweil tobte in Deutschland ein Shitstorm, den der neue Pressechef Boris Bolwin einfangen durfte, nachdem Thomas Graf von Bord gegangen war. Eckes hatte die einzige Variante mit 100% Saft der Marke Granini beerdigt. Aus Eckes-Sicht ein Exot im der Range. Doch die Petitesse schlug hohe Wellen. Verbraucherschützer monierten, dass zum gleichen Preis weniger Saft geboten wird. Der Preis ist der Kern des Problems. Orangensaft-Konzentrat ist schon länger ein untertrieben ausgedrückt schwieriges Thema und das bleibt es. Eine bedenkenswerte Antwort darauf hat Eckes bei seiner Markenikone Hohes C gegeben, die immer für 100% Saft stand und nun auch in der Variante 60% Fruchtsaft angeboten wird. Für Markenpuristen unter den Branchenkollegen ein Graus. Rechnerisch nachvollziehbar ist es, denn die Zeichen bei Orangensaftkonzentrat stehen auf noch teurer. Derzeit werden 6.500 Dollar je Tonne aufgerufen. Die Ernteaussichten lassen das Oligopol in Brasilien schon von 7.000 Dollar träumen (siehe Kasten S. 15). Der Liter für Orangensaft müsste bald über vier Euro oder noch mehr im Regal stehen. Anders kalkulierbare Alternativen müssen her. Eckes-Granini hat schon vor einigen Jahren angefangen, neue Felder aufzumachen. Granini – die Limo, ein Near-Water mit Frucht, Smoothies unter dem Hohes C-Markendach. Dies alles soll gut gelaufen sein, wissen INSIDER, die konstatieren: Der Marktführer versucht, aus der Not das Beste zu machen. 

Auch bedingt durch die Wiedereinlistung bei Edeka und der daraus resultierenden Stärkung der Marke Hohes C lag der Absatz in Deutschland geschätzt mit 2,5% unter Vorjahr. Der Umsatz kletterte, wie Marktforschungszahlen suggerieren, bedingt durch höhere Preise, um etwa 6%. Der Mehrweganteil blieb stabil. Eckes-Granini hatte vor einigen Jahren in Mehrweg investiert, doch es soll auch Gegenbewegungen geben. Das Saftgeschäft in Mehrweg leidet ebenfalls. Mehr Musik (Volumen) ist in PET und Tetrapak beim klassischen ungezählten Saft, aber das auch nur, weil der Anteil der Promotionaktionen gestiegen ist, von gut 25% auf knapp 29%. Da ist auch Eckes nicht außen vor. Unterm Strich dürfte sich der schon 2022 geschrumpfte (und bei näherer Betrachtung der Bilanz durch die Auflösung von Steuerrückstellungen auf fünf Mio Euro aufgepumpte) Gewinn des Marktführers nicht viel besser sein. Es wartet neben der Reisetätigkeit Kärrnerarbeit auf Wagener. 

Hier geht's zur kompletten INSIDE Saftmarken-Hitliste.

Artikel aus Heft 951