Wind von vorn. Die Weißbier-Müdigkeit der jüngeren Verbraucher ist kein neues Phänomen. 2021 hat sich die Misere nochmal verstärkt. Die für Obergäriges überproportional bedeutende Gastronomie fehlte auch im zweiten Coronajahr. Dazu kam ein mauer Sommer: Weißbier ist wetterabhängig. Alkoholfreies Weißbier umso mehr. Und so kam es für die Oberbayern knüppeldick. Die Marke verlor im Inland zweistellig. Erdinger alkoholfrei verlor die Spitzenstellung im Alkoholfrei-Ranking. Immerhin im Ausland funktioniert Weißbier weiterhin, doch die wichtigste Schlacht wird in Deutschland geschlagen.
Werner Brombach und seine Leute stemmen sich dagegen (INSIDE 889). Offenbar wird an einer neuen Hellbier-Offensive gestrickt. Die bisherige Lösung, das nicht in der INSIDE Marken-Hitliste verzeichnete Stiftung Hell, blieb auch 2021 bei 50.000 hl hängen. Zusätzlich unter Druck kommt Erdinger von der Kostenseite. Preiserhöhung lautete die Antwort von Vertriebs-Gf Josef Westermeier in der Vergangenheit. Doch das ist diesmal diffiziler. Der Dauerrivale Paulaner erhöht zwar zum 1. Februar seine Preise um rund sechs Euro je hl. Doch Weißbier klammern die Münchner explizit aus, ohne dass irgendjemand wüsste, ob sie im Falle einer Erdinger-Erhöhung nachziehen.
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