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Hoffmann/Radeberger: Gorki entschwebt

Radeberger bastelt an seinen Handelsambitionen. In Stuttgart entsteht eine neue Einkaufszentrale.   

Die Radeberger Gruppe sortiert ihre Fachhandelssparte. Ex-Kaufland-Einkäufer Georg Gorki verlässt Getränke Hoffmann (INSIDE-Hot Shot vom 23.4.). Stattdessen wird der 52-jährige Chef einer neuen Gesellschaft, für die der alte Name Beveco wieder aus dem Schrank geholt wurde. Unter diesem Namen hatte Hoffmann-Chef Mario Benedikt gemeinsam mit Dursty-Gf Rüdiger Berk 2012 den Einkauf zusammengeworfen. Als Dursty vor vier Jahren an Hoffmann verkauft wurde, war die Beveco Makulatur. 

Nun wird sie wiederbelebt. Mit Sitz in Stuttgart. Im Dunstkreis von Gorkis früherem Wirkungskreis und nahe seinem unveränderten Wohnsitz bei Heilbronn. Einzige Aufgabe der Beveco: die Steuerung des Einkaufs der Fachhandelssparte, den 600 Märkten von Getränke Hoffmann und Lippert. Also exakt dasselbe, was Gorki bislang in der 625 km von Stuttgart entfernten Hoffmann-Zentrale in Groß-Kienitz bei Berlin zu tun hatte. Zwar wurde immer wieder mal spekuliert, dass Radeberger/Oetker eines Tages eine zentrale Stelle für den Einkauf sämtlicher Fremdprodukte all ihrer Handels-Töchter und -Anhängsel schaffen und Gorki dann als zentraler Einkäufer in Größenordnungen aus alter Kaufland-Zeit zurückkehren könnte. Doch dafür gibt es mittelfristig keine Anzeichen. Im Gegenteil: 

Team Beverage, an das die Radeberger-Gastro-GFGH‘s bereits ihre Einkaufsmandate abgetreten haben, will am eigenen Einkauf festhalten. Zwischenzeitliche Anfragen aus der Radeberger Gruppe, die über Oetker mit durchgerechnet 35% an Team Beverage beteiligt ist, wurden vom Bremer Management abgewiesen, offenbar mit Rückendeckung des neuen AR-Vorsitzenden, Holger Penndorf von Transgourmet

Auch beim Strecken-GFGH DGL, wo Radeberger in einer 50:50-Konstellation mit Veltins verbunden ist, gibt es bislang kein Interesse den Einkauf herauszulösen. 

Und auch bei der teuren Cousine Flaschenpost/Durstexpress wird am eigenen Einkauf festgehalten. Dort drückt der Schuh, angesichts auch 2021 noch voraussichtlich über 20 Mio Euro operativem Minus (bei 200 Mio Euro Umsatz) zwar gewaltig. Doch ein gemeinsamer Einkauf mit der stationären Fachhandelsschiene wird aufgrund sehr unterschiedlicher Vermarktungs­modelle ausgeschlossen. 

Austragsstüberl oder Head Office?

Wurde für Gorki, der bei Getränke Hoffmann immer ein Fremdkörper blieb, jetzt also nur eine Art Austragsstüberl konstruiert? Es war der frühere Radeberger-CEO und heutige „aktive Beirat“ Dr. Niels Lorenz höchstpersönlich, der mit dem gefürchteten Konditionenschleifer ein Signal für die Handelsambitionen der Gruppe setzen wollte (INSIDE 791). Wird das Projekt Gorki nun elegant beerdigt?

Wohl kaum. Gorki genießt weiter Rückendeckung. Er soll in Stuttgart eine Einkaufszentrale für den Fachhandel aufbauen. Künftig sollen nicht nur Hoffmann-Lieferanten in Gorkis 625 km entferntes Wohnzimmer bestellt werden. Weitere Partner sollen hinzustoßen, womöglich auch solche, die nicht zur Radeberger-Hemisphäre gehören. 

Dass es Radeberger ernst meint, beweisen die Aktivitäten von Headhuntern. Derzeit werden für die Beveco in Stuttgart weitere Einkaufsmitarbeiter gesucht.

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