Vergiss Naturwald! Den Konzern-Kollegen von Nestlé verdankt Danone den Großteil seines Wasser-Wachstums in 2022. Die Einstellung von Vittel hat Volvic Volumen zugefächelt. Nicht nur, aber besonders bei Vittels Hauptkunde Lidl. Danone legte mit Volvic und der nur noch gut 30 Mio Liter großen Schwester Evian ein Absatzwachstum von gut 5% hin, im Umsatz waren es sogar 9%.
Dabei war das Jahr durchaus schwierig. Den Anfang machte eine Cyberattacke, die den Konzern drei Wochen lahmlegte. Die Integration von Danone Waters unter ein Dach mit den nach Umsatz etwa gleich großen Sparten Dairy (Actimel, Activia, Dany, Fruchtzwerge) und Nutrition (Milupa), sowie der noch kleineren Milch-Ersatzsparte (Alpro) hat auf der Fläche zwar geklappt. Im Backoffice mit unterschiedlichen Rechnungsabwicklungen und ERP-Systemen knirscht es freilich bis heute. Von der modernen Aufstellung der Wassersparte sind die eher gemütlichen Moprokollegen in München weit entfernt. Danone Deutschland insgesamt soll laut INSIDERN leicht unter Vorjahr abgeschlossen haben haben. Eine Auseinandersetzung mit Rewe beantwortete der Konzern mit einem Lieferstopp. Vier Wochen lang waren Danone-Artikel aus den Ordersätzen verschwunden. Auch Volvic und Evian.
In all den Wirren ging das jüngste Baby verloren. Die Mehrweg-Variante Volvic Naturwald-Quelle, mit der die aus den Vogesen herbeigekarrte PET-Marke deutsche Glas-Fans überzeugen wollte, wurde noch in der ersten Testphase eingestellt. Ergebnisse der Pilotmärkte (u.a. Getränke Hoffmann) waren noch gar nicht ausgewertet, als Danone plötzlich den Stecker zog und das Experiment abbrach. Viele zehntausend Kisten wurden geschreddert, die N2-GDB-Flaschen, in die Naturwald-Quelle gefüllt werden sollte, fanden bei Danones Abfüllpartner Hochwald-Sprudel Verwendung.
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