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Was wurde aus...: air up?

Das Münchner Unternehmen air up brachte 2019 eine Innovation auf den Markt: eine Trinkflasche, die mithilfe eines Duftrings dem Gehirn vorgaukelt, das Wasser habe einen Geschmack. Im Fachjargon: "retronasale Aromawahrnehmung". Diese Idee zog scharenweise Investoren an und weckte die Neugier der Konsumenten. INSIDE Future hatte bereits vor zwei Jahren mit der air up-Gründerin Lena Jüngst gesprochen.

Wie hat sich das Start-up, das einst mit 30 Mitarbeitern und einem Umsatz von zwei Mio Euro (Juli bis Dezember 2019) startete, entwickelt? Konnten die Umsatzziele erreicht und die Produktion im Rahmen des „Nearshoring Projekts“ aus China nach Europa verlegt werden? Welche Märkte kamen dazu, auf welchen Vertriebsweg setzt air up heute und spielt Deutschland noch eine Rolle? Lena Jüngst stand erneut Rede und Antwort.

Das angestrebte Umsatzziel von 190 Mio Euro für 2022 wurde verfehlt, stattdessen wurden 159 Mio Euro erreicht. Im letzten Jahr stieg der Umsatz auf 200 Mio Euro (+25,8%). 90% des Geschäfts erfolgen über Direktvertrieb und nur 10% über den Handel. Vor zwei Jahren lag das Verhältnis noch bei 70:30. Um nicht von einem einzelnen Kanal abhängig zu sein, setzt air up auf einen Multi-Channel-Ansatz: Influencer-, Performance und YouTube-Marketing werden in etwa zu gleichen Teilen genutzt. Die Mitarbeiterzahl wuchs auf 300, darunter 140 im Hauptquartier in München. Neue Märkte in Dänemark, Norwegen, Finnland und Spanien wurden erschlossen. Damit ist air up jetzt in 14 Ländern erhältlich.

Der wichtigste Absatzmarkt bleibt Großbritannien, gefolgt von Deutschland, den Nieder­landen, Italien und Frankreich. Im Heimatmarkt sieht Jüngst „nach wie vor erhebliches Wachstumspotenzial. Aktuell arbeiten wir daran, unsere Zielgruppen zu erweitern und uns nicht ausschließlich auf die Gen Z zu konzentrieren.“ So richte sich die "Steel Bottle" etwa an eine ältere Zielgruppe. In Kürze werde zudem eine "Kids Bottle" eingeführt.

Außerhalb Europas vertreibt air up ihre Produkte seit Mitte 2022 auch in den USA. Eine eigene Produktion gibt es dort bisher nicht. Dafür hat das Führungsteam das "Nearshoring Projekt" vorangetrieben, wodurch die gesamte Produktion in die EU verlagert wurde. „Aus China“, so Jüngst, „kommt mittlerweile fast nichts mehr“. Dadurch würden „die Transportwege für die Pods um insgesamt 15.000 Kilometer“ verkürzt. Alle Pods werden seit über einem Jahr in Rotterdam produziert. „Zukünftig wird es einen weiteren Produktionsstandort geben, wenn wir auf Pods aus biobasiertem Kunststoff umstellen“, so Jüngst. Die Tritan-Trinkflaschen für die klassische sowie die neue "Gen 2-Bottle" werden bei der Greiner AG in Österreich hergestellt. Die 2022 eingeführten Stahlflaschen stammen von Elasto aus der Oberpfalz. Die Produktions- und Lieferkette innerhalb der EU soll auch künftig ausgebaut werden.

Dieser Artikel erschein im Mai 2024 in der Sonderausgabe INSIDE FUTURE 2024 #1

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