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Umwelthilfe fährt Kampagne gegen Getränkekartons

DUH-Bundesvorsitzender zieht die Karton-Karte
DUH-Bundesvorsitzender zieht die Karton-Karte

Die kampagnengestählte Deutsche Umwelthilfe (DUH) fährt schwere Geschütze gegen den ehemaligen Verbraucherschutzminister und heutigen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, CSU, auf. Jahrelang habe dieser verhindert, dass Prüfberichte über die Kontamination von Lebensmitteln mit der Druckchemikalie ITX veröffentlicht wurden, behauptet die bekannt mehrweglastige DUH heute auf ihrer Website. Jetzt, da die Zahlen erstmal verlägen, sei das Ausmaß der Misere deutlich geworden: Während nach einer Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von einer ITX-Unbedenklichkeit lediglich bei Belastungen von weniger als 50 Mikrogramm je Kilogramm ausgegangen werden könne, seien in von der DUH veranlassten Analysen jedoch Werte in Lebensmitteln gemessen worden, die mit bis zu 405 Mikrogramm je Kilogramm den „Unbedenklichkeitswert“ um ein Vielfaches überschritten. Die staatlichen Untersuchungsstellen hätten mit 600 Mikrogramm sogar eine bis zu 12-fache Überschreitung des Unbedenklichkeitswertes festgestellt.

Die DUH weist darauf hin, dass "die von der DUH im Jahr 2006 festgestellten ITX-Belastungen (...) Ergebnis des Druckverfahrens für Getränkekartons insbesondere der beiden Hersteller Tetra Pak und Elopak" gewesen seien, "bei dem es zu direktem Kontakt zwischen der Innenoberfläche und der bedruckten Außenseite der Getränkekartons kommt." Die Verpackungsindustrie habe ITX schließlich aus dem Verkehr gezogen und verwende seitdem andere Chemikalien zum Bedrucken der Getränkekartons. Dabei handelt es sich nach Auffassung der DUH "jedoch erneut um Chemikalien, für die keine ausreichenden toxikologischen Daten vorliegen und die für den Kontakt mit Lebensmitteln nicht geeignet sind" - wobei die DUH offenbar selbst nicht genau weiß, mit welchen Stoffen sie es zu tun hat: "Auf mehrfache Nachfragen der DUH bei Tetra Pak und Elopak verweigerten diese Unternehmen eine Auskunft über die derzeit zum Einsatz kommenden ITX-Ersatzchemikalien." Die Umwelthilfe kommt zum Schluss: „Da die Industrie ihre Druck- und Produktionsverfahren von Getränkekartons nicht grundlegend verändert hat, kann der Abrieb von Chemikalien aus den Druckfarben bzw. der Übergang durch den Karton selbst bis zum heutigen Tag nicht ausgeschlossen werden." (22.09.2009, 12:11 Uhr)

 

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