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Tengelmann-Übernahme: Genossen setzen Kartellamt unter Druck

In der Auseinandersetzung zwischen der Rewe und Edeka um eine mögliche Übernahme der rund 450 Filialen der Supermarktkette Tengelmann wird der Ton zwischen den beiden Chefs Alain Caparros (Rewe) und Markus Mosa (Edeka) schärfer. Man werde "alle juristischen Möglichkeiten nutzen, um unsere Interessen zu wahren", kündigte Caparros an.

 

Caparros` Wettern hat einen Grund: Kartellamts-Chef Andreas Mundt, der zuletzt eine Marktmacht der Edeka, allerdings auch der Rewe festgestellt und vorsichtig angedeutet hatte, Tengelmann könnte sich ja auch einen anderen neuen Eigentümer suchen, gerät derzeit parlamentarisch unter Druck - ausgerechnet durch die SPD, deren Vorsitzender Wirtschaftminister ist. Dem Ministerium ist das Kartellamt untergeordnet.

 

Mundt soll am morgigen Mittwoch vor dem Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft erklären, was er so von der neuen Konzentration im Lebensmittelhandel hält. Alarmiert von Edeka-Chef Mosa, der in einem Brief an Parlamentarier düstere Szenarien (16.000 Arbeitsplätze in Gefahr) an die Wand pinselte und vor einem zweiten Fall Schlecker warnte, wenn die Edeka nicht den Zuschlag für Tengelmann erhielte, bimmelten ausgerechnet bei der SPD-Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie die Alarmglocken.

 

Da die Genossen offenbar spürten, dass das Kartellamt (dem zuletzt ja oft vorgeworfen wurde, die Großen zu schützen und sich auf die Kleinen zu stürzen) diesmal zurückhaltend entscheiden könnte, gingen sie in die Offensive: Es sei ein "zentrales Argument für die Fusion" mit der Edeka, wenn dadurch die Arbeitsplätze erhalten blieben; die SPD-Parlamentarier sagten, es müsse alles getan werden, um "einen zweiten Fall Schlecker zu verhindern".

 

So unverhohlen hat schon lange keine politische Fraktion mehr Druck auf das Kartellamt ausgeübt; während Mundt sich bisher mit öffentlichen Kommentaren dazu zurückhält, tobt Rewe-Boss Caparros umso lauter: "Notfalls machen wir ein Sit-In vor dem Bundeswirtschaftsministerium", sagte Caparros; der Abstand zwischen der Edeka (mit heute schon fast 25 % Marktanteil) und der Rewe (16%) wäre bei einer Tengelmann-Übernahme durch Edeka nicht mehr einholbar.

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