In Stuttgart ist ein Streit darüber entbrannt, ob Rathaus oder Kantinen künftig noch mit Bionade ausgestett werden dürfen. Grund: Puristen wie der Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle von den Grünen argumentieren, Bionade sei nach dem Eigentümerwechsel (zu Radeberger) nicht mehr "zu 100 % bio". Stattdessen sollen laut Stuttgarter Nachrichten die Mitarbeitervertretung und die Stadträte diese Woche entscheiden, dass künftig stattdessen Seezüngle der Leutkirchner Brauerei Härle in den Kantinen und während der Stadtratssitzungen verteilt werden darf.
Die etwas befremdliche Begründung wird von der Bionade GmbH inzwischen mit der Feststellung korrigiert, an der Zusammensetzung des Getränks habe sich nichts dadurch geändert, dass es nun einen neuen Eigentümer gibt. Zeitgleich haben Stuttgarter Medien recherchiert, dass Seezüngle-Hersteller Gottfried Härle eng mit den Grünen im Ländle verbunden ist und auch in einem TV-Werbespot für sie auftrat. Dass der grüne Stuttgarter Referatsleiter Wölfle, in dessen Zuständigkeitsbereich Rathaus und Kantinen in Stuttgart fallen, im Amt immer und jederzeit sauber zwischen Partei- und Kommunalinteressen trennt, ist in diesem Zusammenhang selbstverständlich.


