Der Bundesverband der Spirituosenindustrie (BSI) meldet für 2021 mit 719 Millionen Flaschen (0,7 Liter) und einem Pro-Kopf-Verbrauch von 5,2 Litern einen Absatz in etwa auf Vorjahresniveau. Der Umsatz stieg ingesamt leicht, was der Bonner Verband auf die höhere Nachfrage nach Premium-Spirituosen zurückführt. Der LEH lief Lockdown bedingt nochmal besser als das Gastronomiegeschäft. 68,5 % aller Haushalte in Deutschland kauften laut GfK mindestens einmal Spirituosen ein. Laut IRI stieg der Spirituosen-Absatz im LEH (inklusive Aldi, Lidl, Norma) 2021 um 0,1 % auf 580 Millionen Flaschen (0,7 Liter). Via LEH lief damit 75 % des Gesamtabsatzes mit Spirituosen.
Ganz vorn weiter Klare Spirituosen mit einem Marktanteil von 37,2 %, gefolgt von Likören mit 36,1 %. Weiter abgeschlagen Rum mit 9,5 %, der allerdings auch zu den Wachstumssegmenten gehört ebenso wie Gin/Genever, Whisk(e)ys, Wodka, Brandy, Amaretto und Sambucca und weitere Liköre aller Art (Sahne-, Frucht-, Kokos-, Bitter-Liköre). Der Umsatz im LEH wird auf 5,1 Milliarde Euro taxiert nach 4,8 Milliarden Euro im Vorjahr - in etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes aller alkoholhaltigen Getränke, also inklusive Bier, Wein, Sekt.
Importiert wurden 2021 455 Millionen Flaschen Spirituosen (Basis 0,7 Liter). Das entspricht einem Zuwachs von 8,9 % oder 37 Millionen Flaschen. Innerhalb der letzten zehn Jahre stiegen die Importe um 1,3 % oder rund 6 Millionen Flaschen. Importspirituoen stehen laut GfK für 42 % des deutschen Gesamtmarktes. Importiert wurde aus Großbritannien, Italien, USA, Frankreich, Niederlande, Griechenland, Spanien, Russland, Irland, Polen, Schweden und Österreich.
Die Aussichten 2022 werden düsterer gemalt. BSI-Präsident Thomas Ernst: „Die zunehmende Sparneigung dürfte ihre Auswirkungen auch im Spirituosenbereich zeigen. "Eine seriöse Prognose ist laut Ernst, im Hauptjob Chef und Inhaber der Spirituosenfirma August Ernst, nicht möglich. Der Präsident fordert von der Politik einerseits "verlässliche Rahmenbedingungen", um die Funktionsfähigkeit der Lieferketten und die Versorgungssicherheit zu unterstützen. Gleichzeitig aber auch "wettbewerbsrechtliche Rahmenbedingungen, in denen Freiräume erhalten werden".

