Dicke Geschütze fährt Schlumberger-Chef Eduard Kranebitter in Österreich gegen die dort geplante Wiedereinfüfhrung der Schaumweinsteuer auf. Wie heute mehrere Medien mit Berufung auf Agenturmeldungen berichten, drohte Kranebitter unverhohlen damit, die Produktion woanders hin zu verlegen und auch woanders einzukaufen: "Die Verträge mit den Winzern sind gefährdet", lässt sich Kranebitter zitieren; Schlumberger (u.a. Schlumberger, Goldeck, Hochrieglkaufe) kaufe den Grundwein - bisher - in Österreich zum doppelten Preis wie z.B. in Italien. Die Drohung Kranebitters ist auch insofern bemerkenswert, als Schlumberger noch 2010 die Initiative "Die österreichische Antwort" für "mehr Wertschöpfung im Land" ins Leben gerufen hatte - mit dem Ziel "Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich durch Kauf heimischer Produkte".
Die Wiedereinführung der Steuer (nach ihrer Abschaffung 2005) bezeichnet der Champus-Chef als "nicht durchdachten Schnellschuss". Seinerzeit sollte mit der Abschaffung der Steuer für Schaumweinprodukte mit über 3 bar Druck in der Flasche ein Ungleichgewicht gegenüber den nicht besteuerten italienischen Prosecci und Frizzante beseitigt werden. Sekt, der in Österreich laut Schlumberger-Berechnungen im Supermarkt im Schnitt 3,74 Euro kostet, könnte mit einer Wiedereinführung der Steuer um 90 Cent/Flasche teurer werden.


