Einen beinahe religiösen Abstecher gönnte sich mit Graham Mackay der aktuelle SAB Miller-CEO bei der Vorstellung der Zahlen der ersten sechs Monate des SAB Miller-Geschäftsjahres (ab März): "Das sind zwei Welten und ich danke dem Herrn dafür", sagte Mackay. Er meinte damit aber nicht Himmel und Hölle, sondern die Schwellenländer und den Rest der Welt. Während in den Industrieländern wegen Wirtschaftsflaute, Staatsverschuldung etc. der Konsum stagniere bis nachlasse, sei der Durst in den sogenannten Schwellenländern ungebrochen.
Zu den Schwellenländern zählt SAB Miller offenbar immer noch Russland und China - dort machte der Konzern nach eigenen Angaben in den ersten sechs Monaten das SAB-Geschäftsjahres über 80 % seines Gewinns. Hauptsächlich deshalb stieg auch der operative Gewinn in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um zehn Prozent auf umgerechnet zwei Milliarden Euro. Der Umsatz stieg ebenfalls um zehn Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.
Makay wollte auch nicht verhehlen, dass das Geschäft insbesondere in Osteuropa stark rückläufig sei. Da ergibt es durchaus Sinn, dass der mit 180 Mio Hektoliter große, weltweit zweitgrößte Brauereikonzern erst vor wenigen Wochen sein Ukraine-Geschäft an den türkischen Brauer Efes weitergereicht hat - im Gegenzug für einen Anteil von etwa 24 Prozent an Efes. Allerdings gab´s dafür auch gleich noch das Russland-Geschäft von SAB Miller obendrauf - mehr als nur ein Zuckerl.


