In Russland soll es wegen einer bevorstehenden drastischen Biersteuererhöhung zu regelrechten Hamsterkäufen kommen. Der dänische Carlsberg-Konzern, der mit seiner russischen Tochter Baltika und seinen Importmarken rund 40 Prozent des russischen Biermarktes kontrolliert, hat deshalb seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr um 0,3 Mrd auf nun 9,3 Mrd dänische Kronen (1,25 Mrd Euro) beim operativen Ergebnis nach oben korrigiert.
Die russiche Duma hatte vergangenen Monat beschlossen, vom 1. Januar 2010 an neun statt bisher drei Rubel Steuer pro Liter Bier zu erheben - bei einem Literpreis von bisher rund 50 Rubel (etwa 1,13 Euro) eine satte Erhöhung. Betroffen von der Steuer sind demnach sowohl einheimische wie Import-Biere. Allein mit Tuborg, dessen Mischgetränk-Varianten Twist und Black in den beiden Baltika-Braustätten in Petersburg und Tula zusammengerührt werden, hat der Carlsberg-Konzern schon 2007 die 2 Mio hl geknackt; in Russland erwirtschaften die Dänen inzwischen schon 22 % des Konzernumsatzes und fast die Hälfte des operativen Gewinns.
Der Konzern profitiert auch davon, dass die russsiche Regierung den Erwerb von Spirituosen - insbesondere Wodka - im Land durch diverse Auflagen uns Steuern massiv erschweren will. Der Bierverbrauch in Russland wird pro Kopf für dieses Jahr auf 70 Liter geschätzt. Ein deutscher Schnitt von zwischen 100 und 120 Liter wird für die kommenden Jahre aber nicht ausgeschlossen. (17.12.2009, 10:23 Uhr)


