Bei einem virtuellen "Wintercamp" des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) hat die Gastronomin Kerstin Rapp-Schwan (Vorstand Leader's Club) heute Nachmittag Bilanz unter eine Aktion am Berliner Reichstag einen Tag vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch gezogen. Dort hatten sich Gastronomie-Lobbyisten Luft gemacht. Deutschland tue sich schwer u.a. mit der dauerhaften Absenkung der Mehrwegsteuer-Senkung auf alle Speisen in der Gastronomie, beklagte Rapp-Schwan. Auch der Brauer-Bund und andere Verbände hätten sich dort schon klar für die Absenkung der Steuer auch für Getränke in der Gastronomie stark gemacht, ergänzte an dieser Stelle Brauer-Bund-Geschäftsführer Holger Eichele, der zusammen mit Outsider Niklas Other durch die Diskussion führte.
Die vom Leader´s Club angestoßene Initiative Zukunft Gastro erwartet von der Politik Planbarkeit und Perspektive. Sinngemäß schloss sich Paulaner-CEOund DBB-Präsident Dr. Jörg Lehmann an. Man habe lernen müssen, dass viele Ansagen zum Verlauf der Pandemie zu optimistisch waren. Die Gastro-Krise der vergangenen Jahre könne den Gastro-Sektor aber auch stärken, wenn sich durch die Krise seine Bedeutung erwiesen hat. Doch der Optimsmus in der Branche bleibt verhalten. Eine Schnellumfrage während des Wintercamps ergab allerdings, dass 63% aller Teilnehmer davon ausgehen, dass die Bürger in der Pandemie ihr Ausgehverhalten nachhaltig verändern haben. 66 % glaubten, dass es im Herbst und Winter wieder zu Verschärfungen kommen wird.
Horst Zocher, Bier-Spezialist der Gesellschaft für Konsumforschung GfK, hatte zuvor dargelegt, dass junge Haushalte von den Brauern immer weniger erreicht werden - nur noch 58,6 % statt 64,9 % vor 15 Jahren. Immerhin zeigt sich demnach auch, dass das junge Käufersegment kleineren Gebinden wie der Dose und dem 6er-Pack gegenüber deutlich aufgeschlossener sind als Großgebinden. Zugleich präferieren junge Menschen Hell- und Lagerbiere deutlich mehr als andere Sorten.
Marcel Kreber, Chef des Schweizer Brauerei-Verbandes, berichtete aus der Nähe von Zürich, dass am Tag 2 nach dem Schweizer "Freedom Day" die Menschen wieder ausgelassen feiern und alles darauf hindeutet, dass das Gastrokonsum wieder deutlich ansteigt.


