Der Spirituosenhersteller Mampe aus Berlin nimmt unbeeindruckt von der Pandemie unter neuer Führung Anlauf und will über Berlin hinauswachsen.
Die Geschichte von Mampe ist lang und war nicht immer lustig. Einst war die Marke – bekannt für Mampe halb und halb – eine Institution. Findige Inhaber machten die Marke via Gastronomie am Ku‘damm 15 durch die herbeiströmenden Touristen national bekannt. Mampe war Anlaufpunkt, auch für die Branche. Jährlich trafen sich die Spirituosenhersteller in den Mampe Stuben. Das ist ein halbes Jahrhundert her. Zwischenzeitlich gab es auch dunkle Kapitel, Insolvenz gehört dazu.
Aufwärts geht es seit rund zehn Jahren wieder. 2012 hatte Tom Inden-Lohmar sich daran gemacht, der seit 190 Jahren existierenden Marke (einst ein Medizinprodukt) zu altem Glanz zu verhelfen. Klein und fein fing Inden-Lohmar in der Gastronomie an. Dazu kamen Geschäfte in Berlin. Und eine Event-Location mit Destille, wo von Hand abgefüllt und etikettiert wird. Mampe war wieder da, zumindest in Berlin. Dann kam Corona.
Einzelkämpfer Inden-Lohmar soll sich laut INSIDERN Anfang 2020 nach Partnern umgesehen haben. Die fand er bei einer Investmentgesellschaft von Quirin Graf Adelmann von Adelmannsfelden. Die Adelmann von Adelmannsfelden-Familie stammt aus dem Schwäbischen. Der Adelige selbst, in Montpellier geboren, zog 1993 nach Berlin und ist für sein gesellschaftliches Engagement (Rave the Planet, Cancer Rebels e.V.) ebenso bekannt wie als Start-up- und Kultur-Investor (u.a. das DDR Museum gemeinsam mit Gordon Freiherr von Godin). Auch des bedrohten Motorradmuseums nahm er sich an.
Mit seinem Vertrauten Florian Löhlein als Gf betreibt der Graf die Firma Omikron Invest GmbH in Berlin. Via Omikron sind der Graf und Löhlein jetzt bei Mampe eingestiegen. Löhlein hat als Prokuristen Vertriebsmann Tom Hölzner an seiner Seite, der Mampe wieder national machen soll. 2020 hat die Firma dem Vernehmen nach 20.000 Flaschen abgesetzt. Etwa die Hälfte macht Mampe halb und halb. Dann kommen die Gins. Der Rest verteilt sich gleichmäßig auf das breite Sortiment. Über den Umsatz wird eisern geschwiegen. Die junge Gilde, alle um die 30, nutzen weiter die Expertise von Tom Inden-Lohmar, der für diverse Projekte eingesetzt wird. Hölzner beschreibt die Zusammenarbeit so: „Wir fahren das Modell ´jugendlicher Leichtsinn gepaart mit gediegener Erfahrung´“.
Der Vertriebschef kann mittlerweile eine Listung bei der Rewe Ost vorweisen. Edeka Minden, bislang konzentriert auf Berlin, will Mampe auch andernorts Platz in den Regalen geben. Auch Gastronomen außerhalb Berlins sollen Interesse an Mampe signalisiert haben. Mit Omikron wurde in eine modernisierte Flasche investiert, die demnächst präsentiert werden. soll. Bei Mampe gilt derzeit das Motto: einfach mal probieren.
Artikel aus INSIDE 891

