Die Oettinger Braugruppe hat im Jahr 2011 einen deutlichen Einbruch beim Gewinn verschmerzen müssen. Wie einer aktuellen Pflichtveröffentlichung zu entnehmen ist, hat der Preiseinstiegsexperte statt 24 Millionen Euro im Vorjahr nur noch rund 4 Mio Euro verdient. Zum einen weil der Gesamtumsatz um 2% auf 414 Mio Euro sank. Zum anderen weil sich der Materialaufwand signifikant erhöhte. Das wird im Bericht auf eine Sondersituation im Jahre 2010 zurückgeführt. Damals sei eine Rückstellung für steigende Materialkosten aufgelöst worden. (Demnach hätte die Rendite schon 2010 nur bei ca. 1% gelegen.)
Oettingers Problem ist der fehlende Abstand zu den Markenbieren. Deren Preisaggressivität engt den Spielraum für die Preiseingangsstufe ein. In der Pflichtveröffentlichung geht Oettinger (der Diktion nach wohl Brauereichef Dirk Kollmar persönlich) auf die Wettbewerber ein. Wörtlich heißt es zum Verlauf des Jahres 2011:
"Wie auch im Vorjahr hat sich die Phantasielosigkeit beim Einsatz der Wettbewerbsinstrumente konsequent fortgesetzt. Neben einer groß angelegten Verlosungsaktion von PKW’s haben fast alle Marktteilnehmer den Aktionspreis breitflächig eingesetzt, um die Absätze zu fördern. Erste Anzeichen der Reflektion sind allerdings schon erkennbar, da man u.a. auch festgestellt hat, dass sich das Verbraucherverhalten dahingehend zu verändern scheint, dass vermehrt gezielt und aktionsinduziert eingekauft wird, ohne die gewünschten Mitnahmeeffekte von anderen Produkten zu erreichen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Erkenntnis in Handeln mündet."
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Der Preisbrecher Oettinger beklagt sich über gebrochene Preise.



