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Nestlé und Danone Waters im Abwärtssog

Nur kurz, während der Hamsterkäufe zu Beginn der Pandemie, machte der Trend bei Mineralwasser Pause. Dann setzte er sich fort. Gegen PET. Und für die Regionalen. Schlecht für den Preiseinstieg, wo Heemann, Schäff und Co bei Absatzrückgängen von über 15% ihre hohen Abschreibungen bedienen müssen. Schlecht aber auch für die internationalen Marken.

Für Corinna Ortner ging es immer bergauf. Zumindest dem Absatz nach. Als sie 2013 die Führung von Danone Waters Deutschland übernahm, lag das Volumen bei 580 Mio Litern und der Umsatz bei knapp 240 Mio Euro. Darauf sind bis 2018 700 Mio Liter bei ebenfalls 240 Mio Euro Umsatz geworden. Doch dann riss der Absatz ab. Nach Minus 5% in 2019 läuft es in 2020 noch schlechter. Bis zum Jahresende könnten weitere Aldi-Listungen immerhin den Gesamtumsatz auf Vorjahresniveau halten, so die interne Hoffnung in Frankfurt.

Volvic, die Zugmaschine, leidet. Klimaneutralität und die Umstellung des gesamten Sortiments auf R-PET kommt beim Verbraucher noch nicht an. Besonders die Kiste ist stark rückläufig, am Coronaboom der Fachmärkte kann Danone nicht partizipieren. Ortners Glück: In Frankreich läuft es noch schlechter. Vielleicht auch ihr Pech: Nun ist Danone noch stärker auf die Cashkuh Deutschland angewiesen.

Tsunami-Alarm bei Nestlé Waters

Indessen muss sich Marc Honold, trotz der Eingemeindung des Wassergeschäfts in die Organisation von Nestlé Deutschland weiterhin Chef von Nestlé Waters, wie vor einer Tsunami-Welle fühlen. Mit Vittel ist Nestle Waters bei Lidl groß. Aber groß heißt derzeit – bei schwindendem PET-Anteil – auch große Verluste.

Honold kann der Welle wenig entgegensetzen. Er spricht wie die Kollegen bei Danone viel über Verpackungen, Recycling, Refillsysteme. In der aktuellen Situation nutzt das noch wenig. Nestlé verliert wie alle großen Marken in der Kiste Marktanteile an die Regionalen. Im Volumen weitaus bedeutsamer: die Verluste bei PET Einweg.

Bei den Verbrauchern kommen die Bemühungen für PET zu werben nicht rüber. Die kaufen regional und am liebsten Glasflaschen. Kein Wunder, dass Honold den abgestoßenen Regional-Töchtern nachtrauert, wie der in Glasflaschen starke Marke Fürst Bismarck, die zu Hansa-Heemann wanderte. Wachstum läuft nunmal in Glas und vor allem in Getränke-Abholmärkten, die mittlerweile beim Marktanteil Glas Mehrweg die 50% überschritten haben, was Gerolsteiner „gerettet hat“ (siehe Seite 14).

Swoboda soll‘s richten

Ertragsbringer für Nestlé Waters in Deutschland aber sind nicht Vittel und Lidl, sondern die Gastronomie. Und dort sieht es auch nach dem Lockdown nicht rosig aus. Mit Sanpellegrino und Acqua Panna ist Nestlé Waters eine Macht im Außer-Haus Geschäft. Derzeit beschreibt Ohnmacht die Lage trefflicher.

Zu Lockdown-Ausfällen gesellt sich die Lust der Gastronomen auf regionales Wasser. Oder gleich solches aus der Leitung. Block-CEO Stephan von Bülow hat schon in Hamburg Pellegrino & Co aussortiert, in seinen Lokalen ist nun 1. Leitungswasser! 2. Wasserhelden am Start. Das soll künftig deutschlandweit so gehandhabt werden. Von Bülow ist nicht der einzige, der neue Wasser-Wege geht.

Die Welle aufhalten soll jetzt der Ex-Warsteiner-Gastrodirektor Ingo Swoboda, der im Oktober 2019 als Head of Sales Retail (vulgo Handelschef) bei Nestlé Waters startete. Swoboda kümmert sich jetzt auch um den Außer-Haus-Kanal. Er steigt nach knapp einem Jahr zum Head of Sales auf.   

(Artikel aus INSIDE-Magazin Ausgabe 860)

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