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mybeviale.com: Surftrip durch die digitale Brau

Mit viel Mühe hatten A. Kalreit und ihr Team versucht, die BrauBeviale trotz Corona in der Messe Nürnberg auf die Beine zu stellen. Am Ende konnte leider doch nur eine rein digitale Brau durchgeführt weden. Die lieferte überraschend interessante Diskussionsrunden. 

Die digitale BrauBeviale (10.-12.11.) war nicht nur Ersatz für die gestrichene Präsenzveranstaltung, sondern stellte zugleich den Auftakt für die neue Dialogplattform myBeviale.com dar. Auf dieser wurden rund 90 Diskussionsrunden live über ein eigens für die Nürnberg Messe entwickeltes Videokonferenz-Tool übertragen. Über 3.000 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern und über 330 Aussteller verzeichnete die digitale Brau und stellte Chefin Andrea Kalreit zufrieden. Zum Vergleich: Analog besuchten im Vorjahr 40.000 Gäste rund 1.100 Aussteller. Wir haben uns reingeklickt. 

Kein Vertrauen in Artikelstammdaten

Seit Jahren stellt die Vereinheitlichung der Artikelstammdaten die Branche vor große Probleme. Auch im Jahr 2020 werden die Daten noch immer teils händisch eingepflegt. Ein und dasselbe Produkt hat dadurch oftmals mehrere verschiede Datensätze. Es herrscht Chaos. Dabei sind sich Industrie und Handel einig, dass einheitliche Stammdaten notwendig sind. Woran scheitert es also? „Am Vertrauen“, sagt Geva-Chef Andreas Vogel in der digitalen Diskussionsrunde der Brau. Keiner wisse genau, wo die Stammdaten am Ende landen. „Neutralität“ sei deshalb „der Schlüssel zur Lösung des Problems“. Das sieht auch Pro-Getränke-Gf Thorsten Schön so, der vom in der Branche weit verbreiteten Mapping genervt ist. Die sehr überschaubare IT im GFGH sei ein weiterer Hemmschuh für einen Durchbruch, ergänzt Henning Meyer, Gf von Kontor N und stellvertretender Sprecher des Gedat Steakholder Beirats. 

Vogel nennt drei Parameter, die für künftige Artikelstammdaten berücksichtigt werden müssen: 1. Gesetzliche Rahmendaten; 2. Logistische Rahmendaten; 3. Einheitliche Marketinginformationen inklusive der Bildrechte an den Produktfotos sowie die richtige Zuordnung der Fotos zu den jeweiligen Produkten. All das sei längst möglich, erklärt Sven Albrecht von Gedat. “Unser Artikelstammdatenportal enthält 170 Felder.“ Diese müssten von den Herstellern nur ausgefüllt werden. Jan Beerwerth von Krombacher und Mitglied des Gedat-Beirats nimmt hier die Hersteller selbst in die Pflicht. Diese seien für die Datenqualität verantwortlich. Der Handel müsse im Gegenzug aber auch sagen, welche Informationen benötigt werden. Damit Gedats Artikelstammdatenlösung getItem überhaupt eine Relevanz bekommt, müssten freilich alle mitmachen, mahnt Beerwerth. BV GFGH-Boss Dirk Reinsberg (zugleich Sprecher des Gedat-Beirats) sieht den E-Commerce als Vorbild. Dort könne man sich abgucken, wie effizient einheitliche Stammdaten funktionieren. Und das sollte sehr schnell passieren, gibt Orga-Soft-Gf Matthias Kehl zu bedenken, wolle man Amazon die Tore nicht noch weiter öffnen.

Anlagenbauer/Rohstoffe in Erwartungshaltung

Das Corona-Jahr 2020 schlug sich auch brutal auf die Bilanzen von Anlagenbauern und Rohstofflieferanten nieder. Weil weltweit die Investionsbereitschaft wegen der extrem volatilen Märkte in den Keller rauschte. Zum anderen, weil bei fallenden Bierverkäufen auch weniger Rohstoffe gebraucht werden – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch viele digitale Diskussionsrunden der Brauer zog. Der Nürnberger Hopfenhändler Stephan Barth, Geschäftsführer von BarthHaas, gab sich mit einem Blick auf die Nach-Corona-Zeit gewohnt optimistisch: „Der Aufholeffekt wird Bombe sein.“ Was seiner Meinung nach auch für die Anlagenbauer á la Krones gilt, weil die weltweite Nachfrage nach hygienisch verpackten Nahrungsmitteln und Getränken künftig noch steigen werde. Krones durchlebte dieses Jahr bekanntlich schwere Zeiten. Auf Basis der ersten neun Monate erwartete der Konzern in einer Prognose einen Jahres-Umsatz von etwa 3,3 Mrd Euro nach 3,96 Mrd Euro im Vorjahr (ca. -17%). Mittlerweile schöpfen die Neutraublinger wieder Hoffnung. Auch aus Reihen des oberbayerischen Anlagenbauers BrauKon (der Anfang des Jahres sein Gundelfinger Brau Technikum an die Frau Gruber-Gesellschafter Enzo Frauenschuh und Matthias Gruber weiterreichte, kommen sehr positive Sig­nale. 

„Reduce, Reuse, Recycle“

Die drei großen R’s hat sich nicht nur die EU für ihre Plastikmüll-Richtlinie auf die Fahne geschrieben, sondern auch die Getränkehersteller. Die beiden großen deutschen Anlagenbauer – Weltmarktführer Krones und die insbesondere im AfG-Segment beheimatete KHS – hecheln Müllvermeidungsstrategien hinterher. PET muss deshalb leichter werden, soll zu 100% recyclefähig sein und der Anteil an eingesetztem Rezyklat soll möglichst hoch sein. Es ist ein Dauerlauf. Zur BrauBeviale hatten beide eine Greta-gerechte PET-Variante im Gepäck. KHS präsentierte im Sommer eine mit Alpla entwickelte 55 Gramm leichte PET MW Pulle mit 35%igen Anteil an Rezyk­lat (bis zu 50%). Das sind beinahe bis zu 20% weniger Gewicht als eine herkömmliche PET-MW-Flasche.

Ein geschlossener Kreislauf für PET ist das Thema der Zukunft, Investition in Reycling ist groß geschrieben. Die Meta Pure-Schiene der Krones AG. z.B. verarbeitet die PET-Pullen in für Lebensmittel wiederverwertbare Flakes. Rezyklat oder Re-PET wären auf den Gängen einer analogen BrauBeviale – nicht nur wegen der aktuellen Gesetzentwürfe des BMU (siehe S. 20) die großen Themen gewesen. Schließlich ist Re-PET heute schon deutlich teurer als virgin pet. Bis zu 20% ist der Rohling aus 100% Re-PET teurer als die Neuware. Bei einer gängigen 1,5 Liter Einwegpulle PET entspricht das über einen halben Cent pro Pulle. Die zukünftigen Mehrkosten betreffen nicht nur das Rezyklat. Bis 2024 fordert die EU auch sog. Tethered Caps – Verschlüsse, die beim Gebrauch an den Flaschen bleiben – an den Plastikpullen. Auch dafür sind die unterschiedlichsten Lösungen in der Entwicklung oder bereits am Markt. 

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