Marc Gallos letzte Flasche ist leer. Mit seiner Münchner Craftbier-Marke Hopfmeister ist Gallo, der eigentlich Grafikdesigner ist, seit der Braukunst Live! 2015 unterwegs. Jetzt ist Schluss. In einem Schreiben an Kunden und Freunde, das er in den sozialen Netzwerken am heutigen Donnerstag (16.3.) teilte, heißt es: "Leider hat es sich ausgebraut mit HOPFMEISTER. Nach mehr als 8 Jahren ist nun Schluss." Gestartet hatte Gallo als Gypsy Brauer, nach einiger Zeit ließ er seine Biere aber fast ausschließlich bei der Privatbrauerei Schnitzlbaumer in Traunstein herstellen. In Spitzenzeiten verkaufte Gallo 1.800 hl seiner diversen Biere (u.a. Gipfelglück, Franz Josef, Surfers Ale). Im Durchschnitt aber waren es um die 1.000 hl pro Jahr.
Das Wirtschaftsmodell sei nicht tragfähig gewesen - vor allem nicht bei der langsamen bzw. sogar rückläufigen Entwicklung des Craftbier-Segments. Corona, gestiegene Kosten und die gesunkene Kaufkraft durch den Krieg hätten ihr übriges getan, erklärt Gallo auf INSIDE-Nachfrage das Aus seiner mühevoll aufgebauten Marke. Zwar habe unterm Strich immer die Schwarze Null gestanden, doch das habe gerade mal dafür gereicht, die Basiskosten zu decken. Am Ende sei es eine "Entscheidung der Vernunft" gewesen. Falls sich noch ein Käufer für seine Marke finden sollte, so könnte dieser sofort per "Plug and Play" starten, sagt Gallo. Er selbst werde nun erstmal Urlaub machen und Mitte April wieder zu hundertprozent in seinen alten Job als Grafikdesigner und Marken-Entwickler eintauchen. Und das weiterhin in der Branche. "Denn eines ist sicher: aus der Getränkewelt bekommt mich keiner mehr weg", lässt Gallo wissen. Erste Projekte seien bereits in Entwicklung.
Der Craftbier-Markt in Deutschland ist am Boden. Relevante Marken gibt es kaum mehr. Selbst Pioniere wie Crew Republic (an denen Bitburger beteiligt ist) kommen nicht mehr vom Fleck. Wer keine starke Brauerei im Rücken hat (wie Maisel & Friends) oder sich ein breites Vertriebsnetzwerk aufgebaut hat (wie BRLO über die Neue Bierkultur respektive Maisel & Friends oder BrewDog über ein eigenes Kneipen-Konzept sowie den Warsteiner-Bauchladen), der muss kämpfen. Zu holen gibt es bei einem Marktanteil, den INSIDER auf noch gut 0,5% beziffern, so gut wie nichts mehr.


