Der Einzelhandel mit Lebensmitteln surft weiter auf einer paradoxen Welle: Weil die Preise für Lebensmittel mit dem Ausklingen der Corona-Phase und auch seit dem Beginn des Überfalls der Russen auf die Ukraine stark gestiegen sind, geht der reale Umsatz mit Lebensmitteln immer weiter zurück. Zeitgleich aber steigt der nominale Umsatz beachtlich. Die Schere wird immer größer.
Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes musste der Einzelhandel mit Lebensmitteln von Januar bis Juni 2023 gegenüber dem 1. Halbjahr 2022 real einen deutlichen Rückgang von 5,8 % hinnehmen. Nominal gab es aber einen Anstieg von 7,6 %. Alarmierend für den LEH ist dabei: In allen 24 Monaten der letzten zwei Jahre ist der reale Umsatz des Lebensmittelhandels gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat gesunken.
Anders sieht es beim Umsatz im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln aus: Dieser ging real um 3,6 % zurück, nominal stieg er nur um 1,1 %. Die meisten Federn lassen musste der zu Corona-Zeiten dick angefütterte Internet- und Versandhandel (real - 7,3 %, nominal - 2,6 %).
Dazu passt eine andere Statistik, die ebenfalls heute veröffentlicht wurde: Die Importpreise generell waren im Juni 2023 zwar um 11,4 % niedriger als im Juni 2022. Importierte Verbrauchsgüter hingegen waren binnen Jahresfrist 2,7 % teurer (-0,4 % gegenüber Mai 2023), vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+6,1 % gegenüber Juni 2022, aber -1,2 % gegenüber Mai 2023). Besonders stark stiegen die Preise im Vergleich zu Juni 2022 für Obst- und Gemüseerzeugnisse (+11,0 %). Fleisch und Fleischerzeugnisse waren 5,9 % teurer als vor einem Jahr.


