Stefan Seibold ist turbulente Zeiten gewohnt; kurz vor seinem 20-jährigen Dienstjubiläum hatte er bei PepsiCo die Segel gestrichen, um seinem Boss Hermann Gottwald als Außerhaus-Chef zu Nestlé Waters zu folgen. Als Gottwald dort gefeuert wurde, war es im Februar 2012 auch für Seibold vorbei (INSIDE 645). Und auch als den Mitarbeitern der Pfungstädter Brauerei im Januar 2013 mit Seibold ein neuer Vertriebsleiter präsentiert wurde, war das Feld dort noch nicht bestellt. Ulrich Schumacher, Pfungstädter Urgestein, wurde 2012 vom einem aus den illustren "Sachverständigenausschuss" erst nicht als Geschäftsführer verlängert, dann aber doch - bis Ende 2014, wenn auch nicht mehr als Gf (INSIDE 669). Ziemlich kompliziert. Seibold hielt sich erstmal zurück.
Spätestens seit 2015 aber krempelt Seibold die inzwischen 306.000 hl große südhessische Brauerei entschlossen um. Zuerst wurde der Außendienst auf fast allen wichtigen Positionen umgebaut (INSDIDE 719), erst kürzlich schob Seibold den Vertrieb seiner ostdeutschen Regionalmarken Köthenerund Hubertus zu Pfeifer, Chemnitz, rüber, der damit seine Dependance Querfurt aufpumpt (INSIDE 747). Die 1000.000 hl große Ost-Marke Sachsenkrone verkaufte Seibold dieser Tage an den bisherigen Lohnhersteller Thomas Schäfer von der Vereinsbrauerei Greiz. Doch nicht nur in Sachen Gesundschrumpfen erwies sich Seibold bisher als Stratege.
Diese Woche verleibte sich Pfungstädter die rund 2.000 hl kleine Michelstädter Brauerei im Odenwald ein - eine mit Blick auf die wenigen Hektos erst mal wenig sinnstiftende Idee. Doch Seibold baut nach der Konsolidierung im Osten nun an einem Wall im Westen. Auch daran und an der Entwicklung im Kernmarkt wird er sich künftig messen lassen müssen.


