Michael Huber ist mit Blick auf die deutsche Brauwirtschaft kein Mahner in der Wüste, sondern einer in einer blühenden Oase. Da kann Veltins für 2021 den höchsten Ausstoß der Brauereigeschichte vermelden und ein Absatzplus von 151.000 hl oder 5,1 Prozent auf 3,095 Millionen hl einfahren (bei einem Umsatz von 362 Mio Euro) – der seit 26 Jahren amtierende Generalbevollmächtigte warnt: Auf die strukturell höchst unterschiedlich aufgestellten Unternehmen der deutschen Brauwirtschaft kämen schwierige Jahre zu. „Nach dem inzwischen geordneten Krisenmanagement dieser Monate folgen harte Jahre der Konsolidierung, in denen es für viele um die Existenzfrage geht.“
Der Existenzfrage begegnet Veltins mit einem Investment von 400 Mio Euro (bis 2024) in die Modernisierung und Erweiterung der Brauerei. Kostensprünge, so Huber, könnten immerhin zum Teil durch höhere Produktivität aufgefangen werden. Wie andere Pilsbrauer auch hat Veltins für April 2022 eine Preiserhöhung angekündigt.
Nicht nur im Sauerland schlägt die Kostenexplosion bei Energie, Malz, Kronkorken, Paletten und so gut wie allen anderen Sparten voll durch. In den zurückliegenden zwölf Monaten habe die Brauwirtschaft, so Huber, eine Kostenexplosion von historischer Dimension erlebt. „Das gleichzeitig enorme Hochflashen in allen Kostenbereichen war nicht planbar und hat es so noch nie gegeben.“

