Seit über 14 Jahren leitet Jürgen Keipp die Geschicke der Freien Brauer. Als er damals 2007 als Nachfolger des jahrzehntelangen Geschäftsführers Klaus Jonasson an Bord kam, waren Die Freien Brauer noch eine Initiative der damaligen Brau-Kooperation. Zwei Jahre später benannte sich der 1969 gegründete mittelständische Werteverbund komplett in Die Freien Brauer um.
In seiner bisherigen Amtszeit war Keipp oft als Moderator gefragt. Das bewies der ehemalige Jever-Mann zuletzt vor allem in der Pandemie. Ihm ist es gelungen, seine mittlerweile 44 Gesellschafter ohne allzu großen Schaden durch die Gastro-Lockdowns zu manövrieren. Dabei konnte er auch mal lautere Töne anschlagen - zumindest auf dem Papier. In einem Brand- und Hilfebrief richtete er sich an die Politik und kämpfte dafür, dass die Novemberhilfen auch auf Brauereien ausgeweitet werden.
Mit den fünf neuen Gesellschaftern (INSIDE berichtete) Altenburger Brauerei, Berg-Brauerei, Brauhaus Leikeim, Zwiefalter Klosterbräu und Flötzinger Bräu marschieren die Freien Brauer (Corona-Effekte ausgeblendet) nun wieder stark in Richtung 10 Mio hl.
Allzu schnell dürfte das Volumen allerdings nicht mehr wachsen. Auch nicht durch neue Mitglieder. Auf der Gesellschafterversammlung Mitte September wurde INSIDERN zufolge beschlossen, die Aufnahme für ein Jahr ruhen zu lassen. Für Keipp selbst, der gerade seinen 61. Geburtstag gefeiert hat, wird es trotzdem keine Ruhe geben. Er wird sich weiterhin besonnen, aber mit vollem Elan für seinen Mittelstands-Club einsetzen.

