Grolsch, Peroni, Meantime - alles alte SAB Miller-Marken, auf die AB Inbev nach der Übernahme des bis dato größten Wettbewerbers zur Not verzichten kann. Anders sieht es schon mit SAB Millers bisheriger 49%-Beteiligung am chinesischen Bier-Giganten Snow Resources aus. Noch im Januar wurde kolportiert, AB Inbev wolle darum kämpfen, den Anteil zu übernehmen. Wie auch immer derlei Geraune zu bewerten ist: Diese Woche haben die Chinesen Fakten geschaffen. AB Inbev muss seinen Anteil verkaufen - für 1,6 Mrd Dollar. Nicht richtig viel Geld für die (knappe) Hälfte an einem Unternehmen, dass über 100 Mio hl Bier pro Jahr verkauft. AB Inbev hat mit seinen Produkten in China (Harbin, Budweiser) derzeit einen Marktanteil von geschätzt 18 %, da wäre ein schöner Happen vom 30%-Marktanteil der Snow-Brauereien ganz gelegen gekommen. Doch nun: aus die Maus.
Maßgeblicher Strippenzieher beim Käufer der SAB Miller-Anteile ist Dr. Fu Yuning, ein Mann mit einer stringenten beruflichen Biografie, die ihn 2014 an die Spitze der China Resources (CR) schwappte - jenes gewaltigen Mischkonzerns (in mehrheitlich chinesischem Staatseigentum), der das Vorkaufsrecht auf die SAB-Miller-Anteile hielt. Und jetzt beanspruchte, als AB Inbev, wie es so schön hieß, nicht die regulatorische Genehmigung der chinesischen Behörden für den SAB-Miller-Deal gefährden wollte.
Wie das mit den Behörden in China so läuft, hatte erst vor zwei Jahren Dr. Fus Vorgänger als CR-Chairman, Song Lin (51), am eigenen Leib erfahren. In ihrem inzwischen augenfälligen Kampf gegen die Korruption im eigenen Land setzten die Behörden den damaligen CR-Vorstandsvorsitzenden fest und begründeten seinen Rausschmiss bei CR mit dem Verdacht "ernsthafter Disziplin- und Gesetzesverstöße". Es ging um eine angebliche Geliebte bei der Investmentbank UBS in Hongkong, um mutmaßliche Geldwäsche und andere seltsame Sachen. Dr. Fu ist also vorgewarnt. Und AB Inbev auch. Zur Zeit sollte man in China, <link alle-meldungen news-detail chinas-biermarkt-schrumpft.html _blank>einem ohnehin rückläufigen Biermarkt, eher zurückhaltend die Gunst chinesischer Behörden ersuchen.



