Von Didier Hamoir, einem der Gründer der belgischen Biermarke Ginette, gibt es bei Facebook viele schöne Fotos: als Sportkletterer. Als Kite-Surfer. Als Savannen- und Wüstenwanderer. Als Safari-Reisender. Als Genießer. Das wird ihm nach dem neuesten – und man muss sagen: auch für AB Inbev etwas unkonventionellen – Deal nicht vergangenen sein. Der nach der Fusion mit den Resten von SAB Miller rund 550 Mio hl weltgrößte Bierbrauer der Welt kaufte Hamoir und dessen Mitstreitern letzte Woche die 1.500 hl winzige Bio-Brauerei ab. Ein Abenteuer. Wohl auch für Hamoir.
Die Deutungshoheit darüber, was AB Inbev mit dem Deal bezweckt, bleibt vorerst der PR-Abteilung des Konzern vorbehalten; man wolle, heißt es dort, Millionen investieren und in fünf Jahren 20.000 hl Bio-Bier herstellen. AB Inbev mit Bio-Bier? Interessant.
Didier Hamoir kann´s letztlich egal sein; er hat die Brauerei vor sieben Jahren zusammen mit zwei Freunden gegründet, von denen einer bereits das Boot verlassen hat. Zwei neue Investoren stiegen dafür ein. Wie es heißt, sollen die Alteigentümer an Bord bleiben und in ihrem Büro in Loupoigne künftig auf dem Gehaltszettel von AB Inbev stehen (wie das mit den Alteigentümern bei der Übernahme von Bio-Marken durch einen großen Konzern funktioniert, kann Hamoir ja mal bei Bionade-Mitbegründer Peter Kowalsky erfragen). AB Inbev aber setzt nach den großen Craftbeer-Übernahmen in den USA (u.a. Elysian, 10 Barrel, Devils Backbone und Blue Point) seine Einkaufstour nun in Europa fort (wo der Markt eigentlich schon als abgegraben gilt). Erst im September schnappte sich der Konzern die allerdings schon 225 Jahre alt belgische Spezialbier-Brouwerij Bosteels.



