Karlsberg und Warsteiner dürfen im Einkauf ihre Kräfte bündeln - das hat das Bundeskartellamt nun entschieden. INSIDE (Ausgabe 915) hatte bereits über die geplante Kooperation berichtet. Das Kartellamt argumentiert, da es sowohl bei Bier als auch bei Kaltgetränken noch mehrere große Wettbewerber gebe, seien keine Wettbewerbsschwierigkeiten zu erwarten. Bei Veränderungen in der Einkaufsgesellschaft müsse das allerdings immer wieder neu beurteilt werden, so Präsident Andreas Mundt.
Im Rahmen der Kooperation, die für weitere Partner offen bleiben soll, werden von Frankfurt aus Rahmenverträge mit Lieferanten verhandelt - eine Zusammenarbit bei den Produkten der Brauereien wird es nicht geben. INSIDER gehen davon aus, dass nicht nur die beiden Einkaufsabteilungen vonWarsteiner und Karlsberg (inklusive Mineralbrunnen KGaA und Niehoff`s Vaihinger Fruchtsaft)zusammengeworfen werden, sondern auch frische Kräfte dazustoßen.
Anlass der Allianz waren die in den vergangenen Monaten massiv gestiegenen Preise bei Rohstoffen und Energie. Köpfe des Deals sind Karlsberg-Chef Christian Weber und Warsteiner-CEO Helmut Hoerz. Die Getränkegruppe aus Homburg verfügt mit ihrer 900.000 hl großen französischen Dependance Brasserie Licorne über ein internationales Beiboot, das bei grenzüberschreitenden Einkaufsverhandlungen noch von Nutzen sein könnte. Ironie der Geschichte: Noch im Frühjahr 2020 sah es so aus, als könnte Karlsberg das Dickschiff an den Private Equity-Spezialisten UI Gestion verkloppen; daraus wurde dann aber nichts. Das Management um Dominique Baudendistel darf seitdem weitermachen wie bisher.
Die Freien Brauer dürften die Karlsberg-Warsteiner-Connection als Wettbewerb empfinden.

