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Warsteiner: Analyse zum Absatz 2021

Erleichterung in Warstein. Es war eine brutale Talfahrt, die Warsteiner im ersten Corona-Jahr 2020 erlitt (-16,2%). Die Angst war groß, im Zuge der anhaltenden Pandemie noch tiefer ins Schlamassel zu stürzen. Aus diesem Grund installierte Inhaberin Catharina Cramer im Juli den Sanierer Helmut Hoerz als neuen CEO. Den freien Fall stoppten jedoch andere: Der Export-Truppe von Oliver Jaensch gelang es vor allem im ersten Halbjahr 2021 auf fast wundersame Weise, ein Sicherheitsnetz aufzuspannen. Die Ausfuhren wurden bis Ende Juni 2021 auf gut 29% angehoben. Im zweiten Halbjahr war diese Entwicklung etwas zurückhaltender. Unterm Strich stehen dennoch +15,5% auf 472.000 hl, die hauptsächlich nach BeNeLux, Italien und in die USA gingen. Das ist sogar um 1,8% mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Mit einem neuen Vertriebspartner in China soll der Export dieses Jahr weiter ausgebaut werden.

Im Inland sieht es hingegen weiterhin nicht rosig aus. Minus 5,8% oder 84.000 hl gingen im Vergleich mit dem bereits schlechten Jahr 2020 zusätzlich verloren. Das Flaschenbier-Minus (-5,4% auf 1,37 Mio hl) konnte von Handelschef Michael Grupp und seiner Feldmannschaft immerhin halbiert werden. Zum Niveau von 2019 fehlen allerdings noch immer gut 17,3%. Vor allem die Hauptmarke Warsteiner Pilsener verliert weiterhin (-2,4%). Positiv entwickelten sich hingegen die Absätze mit alkoholfreien Bieren. Hier legte Warsteiner um satte 19,7% auf rund 144.000 hl zu. Selbst im Vergleich mit 2019 eine Steigerung um stolze 11,9%. Auch die unverschuldete Misere in der Gastronomie flaute ab. Gastro-Boss André Hilmer darf sich nach dem brachialen Corona-Minus aus 2020 (-55,4%) nun immerhin über 11,6% Fassbier-Zuwachs auf 176.000 hl (2019: 353.000 hl) sowie über neue Objekte freuen.

Alles in allem fällt damit das Minus mit insgesamt 1,1% für das Haus Cramer mehr als erträglich aus. Wenngleich die Brauerei sich auch nach dem Horrorjahr 2020 noch immer auf dem Weg in die Hektoliter-Schlucht befindet, so ist das Tempo des Abstiegs nun kontrolliert. Das dürfte dem neuen Vertriebsboss Uwe Albershardt, 60, der auf Christian Gieselmann folgt und im Februar seinen Dienst in Warstein aufnimmt, den Einstieg etwas komfortabler machen. INSIDER berichten, der alte Haudegen sondiere bereits den Markt und strecke seine Fühler nach alten AB Inbev-Weggefährten aus.

Artikel aus INSIDE 893

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