Fassbierblues in der Eifel. Die Bitburger Braugruppe, mit traditionell hoher Fassbier-Affinität, bewegte sich unter den eigenen Erwartungen. Die erhoffte Genesung der Gastronomie ließ 2021 auf sich warten, dazu kam die Hochwasser-Katastrophe im Kernmarkt. Mit der Flut verschwanden bis dato rund 400 Bitburger-Objekte von der Kundenliste, viele weitere Wirte werden ebenfalls nicht mehr öffnen. Im LEH blieb Bitburger stabil, der schlechte Sommer hinterließ Spuren bei Biermix (auch beim alkoholfreien). Impulse kamen aus den Spezialitäten, weniger von Bitburger Glutenfrei als vom Bitburger Maibock, der nahezu das Niveau des 2019 erstmals gelaunchten Winterbocks erreichte.
Insgesamt landete die Bitburger Braugruppe (bereinigt um die Anfang 2021 an Carlsberg verkaufte Wernesgrüner) bei einem Minus von 3,5% und hielt sich nur noch knapp über 5 Mio hl. Im Inland gingen deutlich über 4% verloren, doch der seit 2020 amtierende Auslandschef Sebastian Ellies schiebt die Abteilung mit +15% allmählich wieder Richtung 500.000 hl.
Als stärkste Marke dürfte Bitburger im Export bald durch Benediktiner abgelöst werden. Die Lizenzmarke konnte dank Benediktiner Hell auch im Inland kräftig zulegen und schiebt sich mit +15% auf insgesamt 320.000 hl. Köstritzer hielt sich trotz rückläufigem Schwarzbier-Markt weitestgehend stabil, da Köstritzer Edelpils Marktanteile gewann. Weiter auf Talfahrt blieb Licher, das mit 11% Minus in Richtung 350.000 hl fällt. Abwärts ging es auch für König, das sich gemäß der zu Beginn der Coronakrise korrigierten Ausrichtung (INSIDE 855) auf NRW und Norddeutschland konzentrieren soll. Der 2020 aus der INSIDE-Marken-Hitliste herausgefallene einstmalige Pilsmarktführer verlor weitere gut 5% und liegt bei noch 840.000 hl. Volumenpotenzial könnte sich in diesem Jahr ergeben, wenn die Konkurrenten (bis auf Warsteiner) die Preise anheben, König aber nicht.
Artikel aus INSIDE 893



