Durchgedrückt. Es ist ein fester Bestandteil von AB Inbevs Konzernliturgie: Alljährlich schreibt das Konzil neue Fokusmarken ins Evangelium, an denen sich Ziele und Prämien ausrichten. Für 2021 wurde neben Spaten und Corona ein Beck‘s-Produkt auserkoren: Beck‘s Unfiltered. Die fromme deutsche AB Inbev-Gemeinde erfüllte die Planzahlen von annähernd 100.000 hl für das Naturtrübe. Distribution wurde in atemberaubender Geschwindigkeit aufgebaut und die Abverkäufe mit Sampling-Aktionen angefeuert. Den Sixpack Unfiltered zur Kiste Beck‘s gab es auch dann, wenn die Kiste zum Aktionspreis verhämmert wurde. Und das war bei Beck‘s immer öfter der Fall, zu immer niedrigeren Preisen. Und so rutschte das Beck‘s-Volumen am Jahresende über Vorjahr. Und die Prämien flossen: Corona extra brummte um 22% auf 217.000 hl, Spaten (Hell und Alkoholfrei) erreichte mit +48% fast dasselbe Niveau.
Laut INSIDERN lag AB Inbev Deutschland am Jahresende bei 6,35 Mio hl; ein Zuwachs von rund 1% gegenüber 2020. Allerdings erlaubte Deutschland-Chef Michel Pepa dafür den Griff in die Trickkiste: Der GFGH wurde im Dezember zu Bunkerkäufen animiert. Große Streckenverleger zogen zügeweise Ware. Für diese sogenannten Loadings gibt es Vergütungen. In der Verganenheit bekamen Verleger sogar „MKZ“; Mietkostenzuschüsse, um extra Lagerfläche anzumieten.
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