Bei der Deutschen Bahn steht Bierlieferant Inbev auf dem Prüfstand. Und zwar nicht wegen lästiger Konkurrenz, sondern wegen einer Alkoholdiskussion, die die Verantwortlichen der niedersächsischen privaten Eisenbahngesellschaft Metronom (zu deren Gesellschaftern u.a. die NiedersachsenBahn, die Hamburger BeNEX und die Bremer Straßenbahn gehören) losgetreten haben. Die führt ab 15. November ein generelles Alkoholverbot in ihren Zügen ein und bringt damit auch die Deutsche Bahn in öffentlichen Zugzwang. Das Argument der kleinen Konkurrenz, exzessiver Alkoholkonsum verwandele viele Züge in regelrechte "Katastrophengebiete", kann die großen Bahn nicht richtig entkräften; inzwischen polarisieren auch Eisenbahner- und Polizeigewerkschaft. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn musste jetzt zugestehen, dass es vor allem im Nahverkehr und im Umfeld von Großveranstaltungen wie Musikkonzerten oder Fußballspielen massive Probleme gibt.
Beim Inbev-Konzern, der erst Anfang 2008 mit der dicken Schatulle in der Hand Warsteiner aus den Bahn-Speisewägen und Bordbistros rauskickte (INSIDE 546), wird man die Entwicklung gespannt mitverfolgen: Zwar ist nach Einschätzung von Branchenbeobachtern mit Beck´s und Franziskaner wegen der Hungerkonditionen der Bahn nichts verdient (außer für die Bahn selbst, die in ihren Restaurants z.B. ein Franziskaner 0,5 Liter für aktuell 4,20 verkauft), doch liegt das Absatzvolumen bei geschätzten 25.000 Prestige-Hektos; seinerzeit wurden die Fassbierabsätze von Beck´s durch den Bahn-Deal deutlich angeschoben. Mit alkoholfreien Sorten könnte sich Inbev im Fall der Fälle an der Bord-Theke halten. (19.10.2009, 15:22 Uhr)


