Heineken hat angekündigt, sein Geschäft in Russland zu beenden. Unter den derzeitigen Bedingungen sei es nicht mehr tragfähig: "Daher haben wir beschlossen, Russland zu verlassen." Die Niederländer sind im 2021 noch 70 Mio hl großen russischen Biermarkt hinter ABInbev/Efes und Carlsberg die Nummer 3. Ursprünglich wollte sich CEO Dolf van den Brink mit einem Aussetzen von Investitionen und einem Ende des Verkaufs der Hauptmarke Heineken aus dem Dilemma herausbringen. Jetzt erfolgt doch der harte Cut.
Die Ankündigung ist nahezu wortgleich mit der von Carlsberg: Man strebe eine geordnete Übergabe des Betriebs an einen neuen Eigentümer an, so Heineken. Die 1800 Mitarbeiter in Russland sollen bis zum Jahresende weiterbezahlt werden. Aus dem Verkauf des Russland-Geschäfts wolle man keinen Gewinn erzielen. Man rechne stattdessen mit einem Buch-Verlust von rund 400 Millionen Euro. Ob der Verkauf vollzogen werden kann, ist noch unklar. Unlängst hatte es in der russichen Führung Stimmen gegeben, die forderten auf den Rückzug der internationalen Konzerne mit Enteigungen von deren Produktionsanlagen zu reagieren.


