Dramatischer Schritt am Ende einer langen Verwirrung: Der niederländische Braukonzern Heineken hat für den symbolischen Preis von 1 Euro (!) seine sieben russischen Braustätten an die russische Arnest Group verkauft. Wie es heute in einer offiziellen Mitteilung des Konzerns heißt, verliert Heineken damit 300 Mio Euro. Nach der Marke Heineken soll in den nächsten sechs Monaten auch Amstel vom russischen Markt verschwinden.
Bis auf eine Drei-Jahres-Lizenz für kleinere regionale Marken, die offenbar im Verkaufspaket enthalten sind, wird Heineken auch keine Lizenzgeschäfte mehr in Russland betreiben. Lizenzgebühren soll es auch für das letztgenannte Paket nicht mehr geben. Alle rund 1800 Mitarbeiter sollen ihren Arbeitsplatz behalten.
Laut Heineken besteht auch keine Call-Option mehr für eine spätere Rückkehr nach Russland. Heineken hatte nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine eine eher wachsweiche Stragegie gefahren und im Vorjahr 243 neue Mitarbeiter eingestellt - später wurde das zögerliche Verhalten der Holländer dann international kritisiert.Und auch das erste Halbjahr 2023 lief nicht rund. Der zweitgrößte Braukonzern der Welt legte zwar nach Preiserhöhungen weltweit ein Umsatzplus von 6,3% vor. Die Absätze gaben jedoch kräftig um 5,6% nach. Bis 30. Juni verkaufte der Konzern 120 Mio hl, 7 Mio hl weniger als im ersten Halbjahr 2022.
Im Herbst 2022 hatte auch der US-Dosenhersteller Ball Corporation sein russisches Geschäft mit Getränkeverpackungen an die russische Arnest Group verkauft, allerdings für 530 Mio Dollar. Arnest ist einer der größten Hersteller von Parfüm-, Kosmetik- und Haushaltsprodukten in Aerosolverpackungen in Russland.

