Die Verbände der deutschen Getränkewirtschaft machen Druck auf die Politik, "alle denkbaren Möglichkeiten auszuschöpfen, um einen möglichst großen Teil der Bevölkerung in möglichst kurzer Zeit verlässlich und sicher zu impfen." Sie bringen dafür auch ihre eigenen Betriebsärzte ins Spiel. Die von Seiten der Pharmaindustrie in Aussicht gestellte Aufstockung der Liefermengen von Impfstoffen, so WafG, Deutscher Brauer-Bund, VdM, VdF, GFGH-Verband und Private Brauer, "dürfte schon bald dazu führen, dass in Deutschland zwar ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, die Kapazitäten in den Impfzentren jedoch bei weitem nicht ausreichen, um die wachsende Impfstoffmenge in der gebotenen maximalen Geschwindigkeit zu verimpfen."
Wie aus Quellen des Gesundheitsministeriums verlautet rechnet die Bundesregierung in den nächsten Wochen mit einem sprunghaften Anstieg der Zahl der Impfdosen in Deutschland - von aufgelaufen 19.912.995 Dosen in der aktuellen KW13 auf dann schon 33.817.395 Dosen in KW 17. Für das 2. Quartal 2021 (April bis Juni) gibt es eine Lieferprognose von rund 70 Mio Dosen. Für Q1/21 waren rund 18 Mio Dosen bestellt.
Begrüßt wird in diesem Zusammenhang die Änderung der Impfverordnung vom 11. März 2021. Dort heißt es bereits, impfen dürften u.a. Arztpraxen und "beauftragte Fachärzte für Arbeitsmedizin und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ (Betriebsärzte), die als an einem bestimmten Impfzentrum angegliedert gelten." Die Thematik ist damit nicht ganz neu; viele Großunternehmen und deren Verbände haben der Politik bereits angeboten, durch eigenes Personal impfen zu lassen. In der deutschen Wirtschaft herrscht inzwischen die Furcht, nach der lange desaströsen Beschaffung von Masken und der langsamen Impfstoff-Beschaffung könnte sich nun auch das Impfen selbst viel zu lange hinziehen.


