Angenervt von der seiner Meinung nach wettbewerbsverzerrenden Sektsteuer schießt Österreichs größter Sekt-Hersteller Schlumberger - wieder mal - gegen das erst Anfang letzten Jahres eingeführte Gesetz. Anlass diesmal: Am Donnerstag soll der Finanzausschuss im Parlament über Anträge entscheiden, mit denen die Abschaffung der erst Anfang letzten Jahres eingeführten Steuer gefordert wird. Der Entschließungsantrag zur "umgehenden und ersatzlosen Streichung der Schaumweinsteuer" wurde<link http: www.parlament.gv.at pakt vhg xxv a a_00438 fnameorig_351280.html _blank> von den FPÖ-Nationalräten Roman Haider, Hubert Fuchs, Peter Wurm und weiteren Abgeordneten gestellt. Eine ähnliche Einlassung kommt u.a. <link http: www.parlament.gv.at pakt vhg xxv a a_00857 fnameorig_381500.html _blank>vom NEOS-Abgeordneten Sepp Schellhorn.
Schlumberger argumentiert schon immer vehement gegen die Sektsteuer - damit würden letztlich Arbeitsplätze in Östereich vernichtet, ist stets das Hauptargument. Jetzt sieht sich der Konzern bemüßigt, eine eigene Bilanz der Sektsteuer vorzulegen. Nach der Abschaffung der Sektsteuer im Jahr 2005 - damals u.a. wegen des enormen Verwaltungsaufwandes - wurde zum 1. März 2014 in Österreich für alle Schaumweine, deren Flaschendruck über drei Bar liegt und/oder die einen Korkverschluss mit Agraffe (Drahtkorb) haben, der Schaumweinsteuersatz von Null auf 100 Euro je Hektoliter angehoben - pro 0,75-Liter-Flasche eine Erhöhung des EVP von rund 90 Cent. Perlende Weine mit geringerem Druck - vor allem Prosecco und Frizzante - sind nicht von der Steuer betroffen.
Österreichischer Sekt habe Umsatzeinbrüche von rund 25% erlittem, heißt es jetzt, 100 Arbeitsplätze in der Sektproduktion und "mindestens 200 Arbeitsplätze im Weinbau" würden "vernichtet". Statt der avisierten 36 Mio Euro (pro Jahr) habe die Schaumweinsteuer seit ihrer Einführung aber 2014 nur etwa sieben Millionen Euro eingebracht, auf zwölf Monate gerechnet also maximal 12 bis 14 Mio Euro.


