Der noch von Investoren finanzierte Heimbringdienst Flaschenpost erhöht den Wertschöpfungsdruck: Seit zwei Wochen liefern die Münsteraner auch Lebensmittel.
Über den oder die neuen Venturekapital-Geber schweigt sich die Vorstandetage der Flaschenpost SE nach einer Kapitalerhöhung im Frühsommer (INSIDE 854) weiterhin standhaft aus; über die Höhe der Zuwendung ist ebenso wenig bekannt wie darüber, ob und für was sie verbucht wurde. Soviel Geheimniskrämerei befeuert weiter die Frage, welchen Interessen der 2018 noch streng defizitäre (-21 Mio Euro) wegen der Verlustübernahmen für die einzelnen Standorte) Datensammler mittlerweile verpflichtet ist. Flaschenpost betreibt derzeit 23 Standorte, in Kürze soll u.a. Stuttgart aufgeschaltet werden.
Die aktuelle Blaupause mit dem Einstieg in die No-Drink-Lebensmittelbelieferung im Verteilungsgebiet Münster lässt erahnen, wohin das zu einem stattlichen Umsatz-Dickschiff (dieses Jahr soll die 200 Mio Euro-Latte gerissen werden) angeschwollene Unternehmen in der Lage sein könnte. Aktuell arbeitet Flaschenpost in Münster mit dem nicht exklusiven Hauptlieferanten Bünting zusammen. National sind in der Unabhägigkeits-Diktion von AR-Chef und Gründer Dieter Büchl und der jungen ehrgeizigen Vorstandstruppe um CEO Stephen Weich alle möglichen Partner und Direktlieferanten denkbar.
In der Branche wird die Sortimentsausdehnung mit einer Mischung aus Angst und Bewunderung verfolgt. Tenor: Die haben mit dem Schwierigsten (Mehrweg) angefangen – das, was jetzt kommt, ist im Vergleich dazu eine Fingerübung.
(Artikel aus Magazin 860)


