Kein Ende in Sicht beim Preiswahnsinn: Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im August dieses Jahres laut Statistischem Bundesamt um 45,8 % höher als im August 2021. Im Juli lag die Rate noch bei 37,2 % und im Juni bei 32,7 %. Hauptverantwortlich für den rasanten Anstieg waren wie zu erwarten die Energiepreise. Sie lagen im August im Durchschnitt 139 Prozent höher als im Vorjahresmonat.
Strom kostete für Weiterverteiler 278,3 % mehr als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 195,6 %. Für gewerbliche Anlagen, die häufig tarifgebundene Verträge abschließen, waren die Preise 12,9 % höher als ein Jahr zuvor. Erdgas kostete mehr als dreimal so viel wie im August 2021. Kraftwerke zahlten für Erdgas 269,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Für Industrieabnehmer war Erdgas 264,9 % teurer und für Wiederverkäufer 236,8 %. Für die Abnehmer kleinerer Mengen erhöhten sich die Preise etwas weniger stark (Handel und Gewerbe +90,9 %, Haushalte +83,8 %). Mineralölerzeugnisse waren 37,0 % teurer als im August 2021, gegenüber Juli 2022 sanken die Preise hingegen um 3,2 %. Leichtes Heizöl war mehr als doppelt so teuer wie ein Jahr zuvor (+104,0 %), Kraftstoffe kosteten 27,3 % mehr.
Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 14,0 % höher als im August 2021 (+0,4 % gegenüber Juli 2022).
Die Preise für Verbrauchsgüter waren im August 2022 um 16,9 % höher als im August 2021 und stiegen gegenüber Juli 2022 um 0,8 %. Nahrungsmittel waren 22,3 % teurer als im Vorjahr. Die Preise für Gebrauchsgüter waren im August 2022 um 10,9 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+13,2 %).
Interessant für alle Unternehmer, die jetzt versuchen, technologisch nachzurüsten: Investitionsgüter kosteten 7,8 % mehr als im Vorjahr (Maschinen +9,3 %, Kraftwagen und Kraftwagenteile +6,2 %, Metallkonstruktionen +20,3 %, Turbinen +19,8 % und Ventilatoren +18,1 %).


