Der von der Bundes-Drogenbauftragten Mechthild Dyckmans angekündigte Automaten-Kehraus u.a. in Kneipen, Hotels und in der Flughafengastronomie stößt beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) naturgemäß auf wenig Gegenliebe. DEHOGA-Präsident Ernst Fischer sagte, sollte das Verbot von Spielautomaten in Kneipen tatsächlich kommen, stünden Existenzen auf dem Spiel. Schon das Rauchverbot habe zu schweren Umsatzeinbußen geführt.
Die FDP-Frau Dyckmans wird heute in einem Bericht der SZ mit harten Plänen gegen die Glückspielsucht zitiert. U.a. plant die Drogenbeauftragte den Abbau von rund 50.000 Spielautomaten in der Gastronomie, Tankstellen, Einkaufszentren und in Flughäfen; für die rund 10.000 Spielhallen in Deutschland sollen die Vorschriften massiv verschärft werden. Z.B. soll endlich verhindert werden, dass ein Spieler an mehreren Automaten zugleich zockt. Angeblich sind bis zu 400.000 Menschen in Deutschland Glückspiel-süchtig.
Ob die Überlegungen Dyckmans tatsächlich so umgesetzt werden, liegt jetzt am Ministerium ihrer Parteikollegen und Wirtschaftsministers Rainer Brüderle; der ließ bisher verlauten, man denke über eine "drastische Verschärfung" der Regulierung in Gaststätten nach - ergo: die Automaten sollten dort bleiben, lediglich bei den Obergrenzen für Gewinne und Verluste, bei der Zahl der Geräte usw. müsse nachgebessert werden. Wer am Ende die Nase vorn hat - Dyckmans mit ihrer radikalen Forderung oder Brüderle -, wird sich noch zeigen.


