„Vittel weckt Ihr vitales Ich“, hieß es noch 1980. Da wussten die meisten Couch-Potatos gar nicht, dass sie über ein solches Ich verfügten; Vittel war also ein Eye-Opener, Vorbote einer Fitness-Welle, die man nicht mit dem mentalen Ich verwechseln sollte. Mental war die Marke zuletzt nicht mehr ganz so tief im Ich der Einwohner von Vittel in Frankreich und der deutschen Schwarz-Gruppe verankert. Schon im Oktober 2021 kündigte Nestlé Waters Deutschland an, den Verkauf von Vittel beim Hauptkunden Lidl einzustellen, über die Hälfte des deutschen Vittel-Volumens. Nun verschwinden auch die restlichen rund 140 Mio Liter Vittel (und Contrex) in Deutschland und Österreich komplett, Nestlé nimmt das Wassergeschäft bis auf die italienische Gastro-Perle Sanpellegrino aus dem Regal. Wie zum Hohn warb Lidl letzte Woche („Billiger Montag“) nochmal mit der exklusiven 2-Liter-Flasche Vittel (3,49 Euro für 6x2l). Damit geht eine große Marken-Ära stillos zu Ende. Nicht bei uns: Bevor sie endgültig im Orbit verglühen, kommen die letzten 2-Liter-Bomben Vittel solange ins gekühlte Zwischenlager, bis die INSIDE-Rakete „Mausoleum 22“ startklar ist.
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