Noch kein Insider?

Jetzt inside abonnieren

Auf der folgenden Seite erfahren Sie alles über unsere Anmelde-Optionen.
Bei Abschluss eines Abos werden Inside Web News sofort für Sie freigeschaltet. Auf Wunsch erhalten sie die Top-News der Branche auch kostenlos als SMS aufs Handy.

Mehr erfahren und Insider werden!

Weiter

"Das wäre dann fahrlässig"

Im Getränkemarkt einkaufen kann jeder. Aber will es auch jeder? Der Neu-Ulmer Getränkefachgroßhändler Göbel bespielt seit Jahren soziale Netzwerke, um den neuen, in seinen Ansprüchen diversen Verbraucher in seine Märkte zu führen. Er sagt: Kriegsentscheidend sind die Angebote.

Herr Göbel, bei Ihren Instagram-Kampagnen sprechen Sie vor allem junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren an. Was wollen Sie damit genau bewirken?
Wir wollen ihnen den Impuls geben, nicht mehr in den LEH zu gehen, sondern zu Getränke Göbel zu kommen, um ihr Red Bull zu kaufen. Gerade im Energy-Segment ist der LEH in Baden-Württemberg die Anlaufstelle Nummer eins und das wollen wir ändern.

Das funktioniert aber nur, wenn Sie mit ihren Märkten auch verwendernah vor Ort sind. Also nicht nur im Industriegebiet, sondern auch vor Schulen und Universitäten, in der Nähe großer Firmen und Ausbildungsbetriebe. Also dort, wo Menschen sich aufhalten. Wie kriegen Sie das gebacken?
Wir fokussieren uns bei den Aktionen auf die Städte. In Heidenheim, Aalen oder Neu-Ulm besitzen wir Märkte auch an Orten, die beliebt sind bei jungen Menschen. Neben Berufsschulen zum Beispiel. Genau diese Märkte wollen wir in unseren Aktionen und Videos bewerben.

Seit März 2020 ist Getränke Göbel auf Instagram unterwegs und seit einem Jahr sind Sie dort selbst in Videos zu sehen. Der Chef persönlich – auch eine Message?
Wir haben von Null angefangen und das erste Video zur Kampagne mit unserem Fansofa in der Voith-Arena des 1. FC Heidenheim haben gleich 40.000 Menschen gesehen. Das war für uns ein Zeichen, weiterzumachen. Mittlerweile haben wir über 1.400 Follower auf Instagram. Den Kanal nicht zu bespielen, wäre fahrlässig. Und als Chef setze ich das Zeichen, dass es mir ernst ist. Dass ich meine Kunden ernst nehme und dass ich damit auch mit ihnen in Austausch treten kann.

Entstehen solche Videos spontan oder werden die im Vorfeld durchgeskriptet?
Es gibt kein Skript, nur eine Idee und stehen wir vor der Kamera, verstellen wir uns nicht. Wir wollen nahbar sein und so die Leute dazu animieren, in unsere Märkte zu kommen. Natürlich geht es darum, unsere Marke zu stärken. In den Videos sollen Verbraucher sehen, dass echte Menschen hinter Getränke Göbel stecken.

Das wollen Andere allerdings auch. Welche Maßnahmen setzen Sie ein, um sich vom Wettbewerb abzuheben?
Zum einen mit Angeboten. Zum Beispiel, wenn wir die Dose Red Bull für 99 Cent anbieten. Zum anderen mit Gewinnspielen: Alle zwei Wochen verlosen wir Tickets für unser Fansofa. Hier geht es darum, in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Auch wenn wir zum Beispiel mal ein Tray Energy-Getränke verlosen. Und um am Gewinnspiel teilzunehmen, müssen die Menschen unserem Kanal folgen, den Beitrag liken, teilen und kommentieren. Diese Aktionen verpacken wir in Videos, wie man sie von uns gewohnt ist. Dann kommen die Menschen in unseren Markt, denn nur dort können sie die Gutscheine einlösen.

Daten der Verbraucher sind heute das Gold der Branche. Wieviel wissen Sie heute über Ihre Kunden? Oder anders gefragt: Generieren Sie nach dem Erstkontakt via Instagram weitere Kundendaten oder bespielen Sie das Feld der sozialen Netzwerke einfach weiter ohne dezidierte personalisierte Daten?
Natürlich versuchen wir erstmal, Kunden über Aktionen an unsere Kanäle zu binden und selbst dauerhaft in den Sozialen Medien präsent zu sein. Nicht nur auf Instagram, Facebook und Youtube wie bis jetzt – bald auch auf TikTok. Bei Instagram zählen wir aktuell mehr als 2.000 Nutzer, die immer wieder zu unserem Kanal zurückkehren. Die Verwendung der personalisierten Daten ist dann ein zweiter Schritt.

Norbert Göbel, 54, ist seit 2015 gemeinsam mit seinen Brüdern Peter und Martin Geschäftsführer der Getränke Göbel GmbH. Vater Walter Göbel hatte das Unternehmen 1993 gegründet. Getränke Göbel ist ein Getränkefachgroßhändler mit Hauptsitz in Neu-Ulm. Die Lagerhalle ist 13.000 qm groß, die Logistik bestellt das Unternehmen selbst. Göbel gehören 26 Fachmärkte in einem Umkreis von 120 Kilometern um Ulm herum. Im Jahr 2023 erwirtschaftete Göbel einen Bruttoumsatz von 70 Mio Euro.

Interview: Jonathan Ederer

Dieser Artikel wurde im Mai 2024 in der Sonderausgabe INSIDE FUTURE veröffentlicht

Weitere Themen:

Die komplette Heft-pdf finden Abonnenten hier.

Kopf der Woche
07.06.2024

23
/2024

Thomas Majocco

Weiterlesen
Print-Ausgabe
06.06.2024

Neu!
#952

Der dunkle Fleck des Reinheitsgebots

Zum Inhalt