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Blefa steigt bei American Keg ein

Blefa Kegs Inc., der US-amerikanische Arm des deutschen Keg-Herstellers Blefa, hat einen wesentlichen Anteil an American Keg, dem einzigen Hersteller von Edelstahlfässern in den USA, erworben. Einzelheiten der Transaktion, die in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gegeben wurden, gibt es nicht. Blefa Beverage Systems gehört seit 2016 zur Artemis Holding im schweizerischen Aarburg und beschäftigt in Deutschland über 155 Mitarbeiter, zudem rund 40 Mitarbeiter in den USA. 

Blefa ist einer der weltweit führenden Hersteller von Edelstahl-Fässern und hat bisher nur die Produktionsstätte in Kreuztal, Nordrhein-Westfalen. In den USA betreibt Blefa in La Vergne (US-Bundesstaat Tennessee) und Vancouver (Washington) zwei Servicezentren. Dort bietet das Unternehmen neue und gebrauchte Fässer zum Verkauf und einen Reparaturservice an.

Wie unsere englischsprachige Website inside.beer berichtet, wurde American Keg 2007 gegründet, nachdem die letzte Fassproduktion in den USA ein Jahr zuvor geschlossen wurde. Geemacher, wie American Keg ursprünglich hieß, importierte Fässer aus Übersee. Im Jahr 2015 begann das Unternehmen mit einer eigenen Fassproduktion in Pottstown (Pennsylvania), doch das Geld ging bald zur Neige.

Ein Jahr später wurde das Unternehmen an Scott Bentley verkauft, der ebenfalls in Pottstown ein Unternehmen führte. Bentley stellte Paul Czachor als neuen CEO ein, der zuvor als Berater für Geemacher tätig war. Czachor pumpte mehr als 1,5 Millionen US-Dollar in das Unternehmen, um die Produktion zu steigern.

Das Unternehmen hatte jedoch mit seinen ehrgeizigen Zielen zu kämpfen. Erschwerend kam der von US-Präsident Trump im März 2018 eingeführte Strafzoll in Höhe von 25% auf importierten Stahl und 10% auf Aluminium hinzu. Durch diese Maßnahme habe sich die Wettbewerbsfähigkeit der im Inland gebauten Fässer weiter verringert, sodass sich American Keg kurz darauf veranlasst sah, ein Drittel seiner Belegschaft zu entlassen.

Im September 2018 legte American Keg eine Handelsbeschwerde beim US-Handelsministerium ein. In Folge dessen wurden mehrere Anbieter von wiederbefüllbaren Edelstahlfässern (u.a. Blefa) auf eine Liste gesetzt, die ihre Produkte vermutlich "zu einem geringeren als dem fairen Marktpreis" in die USA importierten und verkauften. Dementsprechend erhob die Regierung vorläufige Zölle von bis zu fast 80% auf nachfüllbare Bierfässer aus China und 18,5% bzw. 8,6% auf in Mexiko und Deutschland hergestellte Fässer.

In einer späteren Untersuchung kam die Internationale Handelskommission der Vereinigten Staaten zu dem Ergebnis, dass durch die Einfuhr von wiederbefüllbaren Edelstahlfässern aus China und Deutschland die US-Industrie benachteiligt werde. Die Folge: Antidumpingzölle.

In Anbetracht dieser wirtschaftlichen Entwicklungen macht der Einstieg von Blefa bei American Keg aus Sicht beider Unternehmen Sinn.

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