Mit einem satten Absatz-Plus von 7,3 % gesamt (Inland und Export) lässt der Januar 2022 die Brauerseele wieder hoffen. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat die deutsche Bierindustrie im Inland 7,2 % und beim Export 7,9 % mehr Bier verkauft als im Januar 2021 - bei einem Arbeitstag mehr.
Der Vergleich mit Januar 2021 ist allerdings etwas schräg, wenn man ihn isoliert betrachtet. Seinerzeit hatte die deutsche Brauwirtschaft gegenüber Januar 2020 - und damit dem letzten echten Vor-Corona-Monat, satte 27 % oder 1,75 Mio hl auf einen Schlag eingebüßt. Mit der Korrektur jetzt ist der Januar 2022 mit 5,098 Mio hl noch weit vom Absatz von vor zwei Jahren (6,507 Mio hl) entfernt. Immerhin: Es geht wieder zart aufwärts, auch beim Export in Drittländer (+11 %). Es bleibt allerdings zu befürchten, dass vor allem der zuletzt sehr starke Export nach Russland (rund 2 Mio hl in 2021) seit dem Einmarsch der Russen in der Ukraine vollständig zum Erliegen kommt. Zuletzt berichteten Exportbrauer von einem völligen Stillstand der Ausfuhren dorthin.
Biermischgetränke gingen die Bewegung bei den Bieren (alkoholfreie Biere sind in den Zahlen des Bundesamtes wie immer nicht enthalten) diesmal überraschend nicht mit und verloren 10,1 %.
Den größten Zuwachs beim Bierabsatz gab es in Hessen mit 21,6 % und in Bayern mit 15 %, die größten Verluste in Sachsen-Anhalt mit 16,1 %.

