Die Flensburger Brauerei hat nach heute veröffentlichten Zahlen im zweiten Corona-Jahr 2021 herbe Absatzverluste hinnehmen müssen. Wie Vertriebs- und Marketing-Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus mitteilt, beläuft sich das Minus auf satte 10%. Damit ist der Inlandsabsatz wie von INSIDE bereits im Dezember berichtet (INSIDE 892), auf 600.000 hl abgerauscht. Ein Teil des Verlustes ist auf die Preiserhöhung Anfang 2021 zurückzuführen. Effekte wie ein schlechter Sommer und Corona taten ihr übriges.
Immerhin: Beim Fassbier gab es nach -50% im Jahr 2020 im vergangenen Jahr ein zartes Plus von 5,9%. Allerdings liegt der Fassbieranteil bei Flens gerade mal bei 5%, so dass unterm Strich nun 30.000 hl stehen. Vor Corona waren es 60.000 hl. Tembrockhaus rechnet allerdings damit, in den nächsten Jahren zunächst maximal noch auf 50.000 hl Fassbier-Absatz zu kommen.
Freude bereitete im vergangenen Jahr der mit 5%-Anteil ebenfalls noch recht geringe Export. Insgesamt verkaufte Flens 30.000 hl (+7,3%) ins Ausland. UK entwickelte sich dabei mit +90% zum zweitgrößten Exportkunden hinter China. Die alkoholfreien Flens-Sorten verloren gegenüber 2020 leicht (-2,6%), befinden sich aber trotzdem weiterhin auf Wachstumskurs. Der Ertrag konnte aufgrund fehlender Events und der damit verbundenen Kosteneinsparung auf Vorjahresniveau gehalten werden. Für das Jahr 2022 hat Tembrockhaus das Ziel ausgegeben, das Minus aus dem Vorjahr wieder auszumerzen und in den kommenden Jahren endlich die 700.000-hl-Marke zu knacken. Auf eine Preiserhöhung wird für das laufende Jahr verzichtet, wenngleich der Vertriebs-Gf davon ausgeht, dass sich die Frequenz für Preiserhöhungen künftig erhöhen wird.
Laut der neuen Technik-Gf Sylke Moerke hat Flensburger im vergangenen Jahr die Genehmigung für die Produktion von bis zu 4.500 hl Bier täglich (statt bislang 3.000 hl) erhalten. Damit kann Flens theoretisch über 1 Mio hl pro Jahr brauen. 2021 war der Juni war mit 80.000 hl der Absatz-stärkste Monat seit 1992. Wenig Anlass zum Jubeln gibt es hingegen beim Blick auf das neue Logistikzentrum. Eigentlich sollten am Standort Schleswig-Schuby noch im ersten Quartal die Bagger rollen. Doch daraus wird u.a. aufgrund der Preisentwicklung bei Baustoffen im ersten Halbjahr nichts. Wann der Bau nun beginnt, ist ungewiss.


