Die Berentzen-Gruppe hat nach heute vorgelegten Zahlen im ersten Halbjahr 2015 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 3 % (oder 2,4 Mio Euro) auf 75,6 Mio Euro erhöht. Allerdings kam das Plus vor allem durch die im letzten Jahr noch nicht vorhandene Sparte Frischsaftsysteme zustande, wo erstmal im Halbjahr 1/2015 rund 7,7 Mio Euro zu Buche standen. Mit Wirkung zum 7. Oktober 2014 hatte Berentzen die T M P Technic-Marketing-Products GmbH übernommen. Der Absatz der Geräte der Marke Citrocasa sei bereits um 26 Prozent gestiegen, ließ das Unternehmen mitteilen.
Ohne diesen Posten sähe die Bilanz schon nicht mehr so prickelnd aus: Spirituosen vorloren 2,1 % Umsatz (oder 1 Mio Euro), AfG satte 16,9 % (-4,3 Mio Euro). Das Konzernbetriebsergebnisvor Steuern und Zinsen (EBIT) erhöhte sich von 1 Mio auf auf 2,5 Mio. Euro; das Konzernergebnis allerdings verlor fast 60 % von 2,9 auf 1,2 Mio Euro, auch wegen des verpufften Efeekts um die einmalige Pepsi-Ausgleichzahlung.
Bei AfG gab es dennoch eine Absatz-Delle von 0,77 Mio hl (gegenüber 0,86 Mio hl), die mit der Umstellung von Pepsi auf Sinalco in der Gastronomie begründet wird. Spirituosen legten um 3% auf 37,1 Mio. 0,7-l-Flaschen zu. Der Inlandsabsatz stieg um 6% auf 31,3 Mio. 0,7-l-Flaschen (Vorjahr 29,5 Mio.). Die Dachmarken Berentzen (minus 4 %) und Puschkin (minus 2 %) verloren im Handel; u.a. Bommerlunder und Doornkaat legten dafür zu. Das Handels- und Zweitmarkengeschäft mit Spirituosen wuchs um 8 % auf 24,9 Mio. 0,7-l-Flaschen. Insgesamt verminderte sich das Absatzvolumen des gesamten inländischen Markengeschäfts um 1,8 %. Beim Auslandsabsatz zählte die Berentzen-Gruppe 5,8 Mio. verkaufte 0,7-l-Flaschen (Vorjahr 6,5 Mio.).
Am 27. Juli hatte Berentzen ein auf 1,5 Mio Euro Gesamtvolumen limitiertesAktienrückkaufprogramm gestartet. Zugleich wurde seinerzeit beschlossen, bislang börsennotierten stimmrechtslosenVorzugsaktienin stimmberechtigteStammaktienumzuwandeln. Damit sollte dieAttraktivität für Investorenerhöht werden. Im Spätsommer dieses Jahres sollen diese Vorzugsaktien 1:1 in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt werden.
Schon im Herbst 2014 hatte es Gerüchte gegeben, dass sich Berentzens Mehrheitsaktionär Aurelius von Berentzen trennen will. Die vereinfachte Aktionärsstruktur wird von INSIDERN als Indikator für eine generelle Neuordnung gesehen.



